Johannes Martin Kränzle

Bariton

Biographie

Johannes Martin Kränzle, in Augsburg geboren, ist besonders durch die intensive musiktheatralische Ausdeutung komplexer Charaktere bekannt geworden und gehört zu den führenden Baritonisten seiner Generation. Zunächst studiert er Violine und Musiktheaterregie, danach Gesang bei Martin Gründler in Frankfurt. Die Opernhäuser Dortmund, Hannover und Frankfurt sind seine Stationen im Festengagement.

Er ist regelmäßig in den großen Opernhäusern zu Gast: an der Metropolitan Opera New York, an der Mailänder Scala, am Royal Opera House London, an der National Opera de Paris, am Teatro Real Madrid, in Zürich und Genf, bei den Salzburger- und Bregenzer Festspielen, beim Glyndebourne- und Luzern- Festival, in Berlin, München, Hamburg, Köln, Stuttgart, in San Francisco, Kairo, Spoleto, Sofia, Tel Aviv, Tiflis und Tokyo.

Sein Opernrepertoire umfasst inzwischen 120 Partien und reicht von Händel, Rossini, Verdi, Strauss und Lehar bis zu Henze und Rihm. (Dionysos (UA: Salzburger Festspiele 2010)). Schwerpunkte bilden Mozart und Wagner sowie das slawische Repertoire: Tschaikowsky, Rimsky-Korsakoff, Prokofieff, Janacek. Er gestaltet so unterschiedliche Rollen wie Wozzeck, Alberich, Amfortas, Beckmesser, Wolfram, Blaubart, Tomsky, Prus (Die Sache Makropulos), Griasnoj (Die Zarenbraut), Bolkonski (Krieg und Frieden), Ford und Sharpless ebenso wie Don AlfonsoDon Giovanni, Conte Almaviva und Papageno, Eisenstein und Danilo. Er arbeitet mit Dirigenten wie Barenboim, Haitink, Janowsky, Jordan, Jurowsky, Levine, Luisi, Metzmacher, Pappano, Petrenko, Runnicles und Regisseuren wie Brieger, Jones, Kosky, Loy, McVickar, Mouchtar-Samorai, Tscherniakov, und Wieler zusammen.

Regelmäßig widmet sich der Bariton dem Konzertgesang, gibt Liederabende und Oratorienkonzerte. 1997 wird er seine Komposition, die Kammeroper DER WURM, beim Kompositionswettbewerb in Berlin ausgezeichnet und uraufgeführt. Der 2016 komponierte Zyklus „Lieder um Liebe“ nach Brechts Liebesgedichten findet zahlreiche Aufführungen.

Er ist Preisträger der internationalen Gesangswettbewerbe von Vercelli (Viotti), Perpignan und Paris (Placido Domingo). Seit dem Gewinn des Primo Grande Premio in Rio de Janeiro 1991 ist er ehrenamtlicher Gastprofessor in Natal/ Brasilien, seit 2013 Gastprofessor an der Kölner Musikhochschule. 2010 Nominierung für den deutschen Theaterpreis DER FAUST, 2011 „Sänger des Jahres “ bei der Kritikerumfrage der OPERNWELT und Kölner Opernpreis. Seit 2014 ist der Mitglied der Deutschen Akademie der darstellenden Künste.

2015 wird bei ihm eine aggressiv fortschreitende Form der Knochenmarkkrankheit MDS diagnostiziert und er muss sich einer Stammzelltransplantation unterziehen. Sein Bruder Andreas kann sein lebensrettender Spender sein. Mit großem Erfolg kommt er im September 2016 zurück auf die Bühne in seinem Debüt am Royal Opera House London in Mozarts Cosi fan tutte. 2017 folgen Produktionen und Debüts u.a. an der National Opera de Paris (Wozzeck) , an der Hamburger Elbphilharmonie (Das Rheingold ), in Antwerpen (Ford in Falstaff) und bei den Bayreuther Festspielen (Die Meistersinger von Nürnberg).

Zahlreiche DVD - und CD- Produktionen dokumentieren seine Sängerkarriere. Drei Solo- Lied- CDs mit dem Titel „Die Mitternacht zog näher schon“ mit Balladen, „Grenzen der Menschheit“ mit Lieder von Schubert und Schumann und gerade eben „Das ewige Rätsel“ mit Jiddischen Liedern und Werken von Mahler, Frank Martin und Ravel sind erschienen; sein Liedbegleiter ist Hilko Dumno.

Im September 2018 wurde Kränzle abermals zum "Sänger des Jahres" bei der Kritikerumfrage der OPERNWELT gekürt.

 Projekte in 2018 beinhalten u.a. seine Rückkehr nach Bayreuth als Beckmesser (Die Meistersinger von Nürnberg) und an die Londoner Oper Covent Garden als Alberich (Der Ring des Nibelungen).

Repertoire Opera

  • Composer Work Role
  • Bartók Herzog Blaubarts Burg Blaubart
  • Beethoven Fidelio Don Pizarro
  • Berg Wozzeck Wozzeck
  • Berg Lulu Dr.Schön *
  • Britten Peter Grimes Ned Keene
  • Britten Death in Venice Traveller
  • Busoni Doktor Faust Doktor Faust *
  • Dallapiccola Il prigioniero Prigioniero *
  • Delius A village Romeo und Juliet Black fiddler (mit eigenem Violinspiel)
  • Donizetti Don Pasquale Malatesta
  • Egk Peer Gynt Peer Gynt *
  • Gounod Faust Valentin
  • Händel Theodora Valens
  • Haydn Il mondo della luna Buonafede *
  • Henze Boulevard Solitude Lescaut
  • Humperdinck Königskinder Spielmann *
  • Humperdinck Hänsel und Gretel Peter Besenbinder *
  • Janacek Das schlaue Füchslein Förster
  • Janacek Die Sache Makropulos Prus
  • Janacek Aus einem Totenhaus Siskov
  • Kalman Csardasfürstin Feri *
  • Korngold Die tote Stadt Frank
  • Krenek Jonny spielt auf Jonny (mit eigenem Violinspiel!) *
  • Lehar Die Lustige Witwe Graf Danilo
  • Leoncavallo I Pagliacci Tonio *
  • Leoni L'Oracolo Cim Fen
  • Massenet Werther Albert *
  • Massenet Manon Lescaut / Brétigny *
  • Messiaen Saint François d'Assise Saint François *
  • Millöcker Bettelstudent Oberst Ollendorf *
  • Mozart Don Giovanni Don Giovanni
  • Mozart Così fan tutte Don Alfonso
  • Mozart Le Nozze di Figaro Conte Almaviva
  • Mozart Die Zauberflöte Papageno
  • Mussorgsky Chowantschina Schaklowiti *
  • Offenbach Orpheus in der Unterwelt Orpheus (mit eigenem Violinspiel)
  • Pfitzner Palestrina Morone
  • Porter Kiss me Kate Petrucchio
  • Prokofieff Die Liebe zu den drei Orangen Pantalone
  • Prokofieff Krieg und Frieden Andrej Bolkonski
  • Puccini La Bohème Schaunard
  • Puccini Madama Butterfly Sharpless
  • Puccini Tosca Scarpia *
  • Puccini Il Tabarro Michele *
  • Puccini Manon Lescaut Lescaut *
  • Puccini Gianni Schicchi Schicchi *
  • Rachmaninov Aleko Aleko
  • Reimann Lear Gloster
  • Rihm Dionysos Nietzsche
  • Rimsky-Korsakow Die Zarenbraut Grjasnoi
  • Rimsky-Korssakov Snegurotchka Misgir *
  • Rimsky-Korssakov Sadko Sadko *
  • Rodgers & Hammerstein Carousel Billy *
  • Rossini L'italiana in Algeri Taddeo *
  • Rossini La Cenerentola Dandini
  • Rossini Il Barbiere di Siviglia Figaro
  • Rossini Il turco in Italia Prosdocimo *
  • Schoenberg Moses und Aron Moses *
  • Schreker Die Gezeichneten Herzog / Graf *
  • Schreker Der ferne Klang Schauspieler *
  • Schreker Schatzgräber Vogt
  • Schubert Fierrabras Roland
  • Smetana Dalibor Vladislav *
  • Strauss Capriccio Graf *
  • Strauss Ariadne auf Naxos Musiklehrer
  • Strauss Die Frau ohne Schatten Barak *
  • Strauss, J. Die Fledermaus Eisenstein
  • Tschaikovsky Eugen Onegin Onegin *
  • Tschaikovsky Charodejka Nikita *
  • Tschaikowski Pique Dame Graf Tomski
  • Verdi Otello Jago *
  • Verdi Falstaff Ford
  • Verdi Simon Boccanegra Paolo Albiani
  • Wagner Die Meistersinger Beckmesser
  • Wagner Lohengrin Heerrufer
  • Wagner Rheingold Alberich
  • Wagner Tannhäuser Wolfram
  • Wagner Siegfried Alberich
  • Wagner Parsifal Amfortas
  • Wagner Tristan und Isolde Kurwenal *
  • Wagner Götterdämmerung Gunther, Alberich
  • Weber Der Freischütz Ottokar
  • Weinberger Schwanda der Dudelsackpfeifer Schwanda
* in preparation

Photos

Presse

  • Falstaff, Opera Vlaanderen Antwerpen, December 2017

    Ford, sein Widerpart, war bei Johannes Martin Kränzle mit warmem, agilem Bariton und glühender Italianità in besten Händen. Er vermochte seine Figur zwischen bürgerlicher Verklemmung, rasender Eifersucht und innerem Selbstzweifel mehrdimensional zu formen. Momente, wie Fords packender Eifersuchts-Monolog werden damit zu Höhepunkten.

    Der neue Merker, 18. Januar 2018
  • Götterdämmerung, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Oktober 2017

    Ein besonderer Luxus war der grossartig agierende Johannes-Martin Kränzle als Gunter! Dieser wunderbare Sängerdarsteller verschmilzt derart symbiotisch mit seinen Rollen, dass er den Zuschauer einfängt. Sehr gut erfasste er die Ambivalenz und Gebrochenheit seiner Rolle. Stimmlich war er ausgezeichnet.

    Der neue Merker, 24. Oktober 2017
  • Die Meistersinger von Nürnberg, Bayreuther Festspiele, Juli 2017

    Johannes Martin Kränzle schafft es mit enorm nuancenreichem Bariton diese Rolle und Partie sehr vielschichtig aufzufächern: von lächerlich bis hin zu tragisch. Grandios.

    Saarbrücker Zeitung, 28. Juli 2017

    Bleibt der furchterrend grossartige, hüftsteif und wie mit zusammengebissenen Zähnen singende Johannes Martin Kränzle als Beckmesser, der heimliche Held des Abends.

    Die Zeit, 31. Juli 2017

    Johannes Martin Kränzle als Beckmesser ist darstellerisch und sängerisch ein Ereignis.

    Der Kurier, 31. Juli 2017
  • Die Meistersinger von Nürnberg, Royal Opera House Covent Garden, March 2017

    "...Johannes Martin Kränzle gives a performance of wonderful nuance as poor, insufferable Beckmesser."

    The Guardian, Erica Jeal, March 12 2017, 30. März 2017
  • Cosi Fan Tutte (Don Alfonso), Royal Opera House Covent Garden, London, September 2016

    The highest accolades of all, however, go to Johannes Martin Kränzle who, with his excellent baritone and superb timing, presents Don Alfonso as the ultimate trickster.

    Sam Smith, musicOMH, 27. September 2016
  • Cosi fan Tutte (Don Alfonso), Royal Opera House Covent Garden, Sepptember 2016

    This turns out to be none other than Don Alfonso in what will go on to become a first-class performance by Johannes Martin Kränzle.

    Mark Valencia, What's on stage, 27. September 2016
  • Cosi Fan Tutte (Don Alfonso), Royal Opera House Covent Garden, London, September 2016

    Johannes Martin Kränzle makes a wonderfully cynical and well-sung Alfonso.

    John Allison, The Telegraph, 27. September 2016
  • Meistersinger von Nürnberg (Beckmesser), Metropolitan Opera New York, Dezember 2014

    In a most successful house debut, Johannes Martin Kränzle brought handsome, burnished tone and a witty edge to the role of Sixtus Beckmesser, delivering the stiff, rule-bound character’s horrible songs with studied, art-song fussiness. Kränzle managed to turn this distasteful character into the town fussbudget and crank, pathetic in his posturing and deficient only in talent and kindness.

    Judith Malafronte, classicalvoiceamerica.org, 8. Dezember 2014

    Johannes Martin Kränzle made a most auspicious Met debut as Sixtus Beckmesser, the Town Clerk and would-be suitor of Eva, who comes to grief in the final scene. It falls to the portrayer of this opera’s most enigmatic character to flesh out his actions and emotions and thereby bring Beckmesser to life. Kränzle’s Beckmesser seemed to combine elements of malice and vindictiveness that marked Hans-Joachim Ketelsen’s portrayal of the Clerk in 2007 with the conniving, petulant and pathetic character portrayed in earlier runs of this production by respectively Hermann Prey and Thomas Allen. Kränzle was vocally excellent and he carried off with masterful and perfectly timed gestures Beckmesser’s refusal to shake Walther’s hand, his antics in the Marker’s booth, his frustration when serenading Eva, and his humiliating failure to win the Song Contest.

    David M. Rice, classicalsource.com, 8. Dezember 2014

    With his robust voice and crisp diction, Mr. Kränzle played him as a fidgety, nervous, neurotic type, not a bad guy at his core.

    ANTHONY TOMMASINI, New York Times, 8. Dezember 2014

    It was the house debut of Johannes Martin Kränzle as Beckmesser that carried much of this performance. Already the owner of an established career in Europe, Kränzle brought unusual poise to the role of the aged bachelor. His fluid, caramel tone made his own hackneyed rendition of the mastersong in the final scene a pleasure to hear, crummy lyrics and all.

    Eric C. Simpson, New York Classical Review, 8. Dezember 2014
  • Götterdämmerung (Gunter), Grand Théâtre de Genève, April 2014

    Der Abend ist so etwas wie Münchens alte Kammerspiele mit Musik. Fast alle hätten mühelos eine Anstellung in Dorns legendärem Schauspiel-Ensemble bekommen. Allen voran Johannes Martin Kränzle, der so präsent ist, als habe er die dreifache Singmenge: ein Gunther, der in Eitelkeit und Durchtriebenheit anfangs Hagen dicht auf den Fersen ist, mit zunehmender Erkenntnis aber zerbricht am bösen Spiel.

    Markus Thiel, Münchner Merkus, 25. April 2014

    Zusammen mit dem unglücklichen Gunther, den Johannes Martin Kränzle, ein grandioser Bariton und ein Schauspieler von hohen Gnaden, als einen unter dem Druck der Ereignisse rasch zerbrechenden Menschen gibt. Lustvoll geben sich Petra Lang oder Johannes Martin Kränzle dem Einfärben der Vokale, dem Zuspitzen der Konsonanten und dem Beleuchten der immer wieder erheiternden Stabreime hin. Sie können es tun, weil Ingo Metzmacher den im Genfer «Ring» entwickelten Ansatz des hellen, kammermusikalischen Tons zur Vollendung bringt.

    Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung, 25. April 2014

    En plus d’être extrêmement gâtés par le metteur en scène, le couple des Gibischungen ne suscite qu’admiration au plan vocal. Le Gunther de Johannes Martin Kränzle est un diseur bien chantant, à défaut d’être un acteur suffisamment souple (son tournoiement avant effondrement avant le trio de l’Acte II est bien scolaire).

    Jan-Luc Clairet, Resmusica, 25. April 2014
  • Liederabend Frankfurt, Oper Frankfurt, Februar 2014

    Gesungenes Psychogramm / Beeindruckende Winterreise Vorab: die Herausforderung die die Schuberts Zyklus aus 24 „schaurigen Liedern“ für jeden Ausführenden darstellt, wurde in Freinsheim auf beeindruckende Weise bestanden. Kränzle und Dumno beschworen Schuberts bestürzendes Lamento aus tief verletzter Seele überaus eindringlich und facettenreich. Mit Nachdruck gingen beide Künstler auf die Feinheiten des differenziert auskomponierten tönenden Psychogramms ein. So profilierte sich Kränzle mit klarer, prägnanter Diktion als ausgezeichneter Erzähler in Ton und Wort, entwarf das abgrundtief traurige Portrait eines Menschen, der der Welt abhanden kam. In düsteren Stimmungsbildern vollzog er die Stationen einer Depression nach, die Leidensgeschichte eines tief Verzweifelten, den eine Liebesenttäuschung in trostloseste Einsamkeit trieb und der sich auf die grauenvolle Wanderung durch öde, kalte winterliche Landschaften trieb. In differenzierten, klagenden und resignierten Tönen sang er von Todesahnungen und -sehnsüchten, vermittelte er die Stimmungsbilder dieser Reise, deren einziges Ziel der Tod sein kann. Kränzles interpretatorischer Ansatz wirkte ausgesprochen dramatisch. Sein vor allem in tieferen Lagen sehr kerniger, klanggewaltiger Bariton entfaltete imponierende Tonpracht und Ausdruckskraft, wartete stellenweise mit ausgesprochen herrischen Akzenten auf. Andererseits verfügte der Sänger über eine Vielzahl sensibel eingesetzter Zwischentöne. Sein Stilgefühl und seine vokale Kultur, um ganz zu schweigen von seiner gestalterischen Präsenz, standen außer Frage.... Hilko Dumno erwies sich als erstklassiger Kammermusiker. Seine Anschlagskünste, die Feinheiten seiner Phrasierung und Artikulation und seine beredte Linienführung wirkten schlicht beglückend.

    Gabor Halasz, Die Rheinpfalz, 6. Februar 2014

    Am Ende der Träume Kränzles „Winterreise“ Vom ersten Satz an weiß der Wanderer in Schuberts „Winterreise“, dass er am Ende ist, am Ende mit allen Träumen, wie er gegen Ende seiner Wanderung konstatiert, eines Weges in 24 meist dunkel überschatteten Etappen. Johannes Martin Kränzle findet dafür in der Oper Frankfurt von Anfang an den rechten Ton, in herber Entschiedenheit, ohne Larmoyanz, aber reich an Farben für die wenigen Lichtblicke. Bewundernswert ist es, welche dynamische Spannweite er seinem sonoren Bariton abgewinnt. Nie sprengen die bewusst plazierten Fortissimi („des ganzen Winters Eis“) den Liedrahmen, ekstatisch endet der „Rückblick“. Mit leisen Phrasen wächst die Spannung bis zum Verlöschen des „Leiermanns“. Moll-Tonarten beherrschen Schuberts Zyklus, nur eine Handvoll Lieder stehen in Dur. Selten hat man den Wechsel, gekoppelt an die Spannung zwischen Verzweiflung und trügerischer Hoffnung, plastischer erlebt. Schon zu Beginn erhält der „Mondenschatten als Gefährte“ einen hellen Schein. Immer wieder flammen Hoffnungsfunken auf, in der „Post“, in der Erinnerung: „Wie anders hast du mich empfangen“, Dur-Inseln, für die Kränzle helle Töne findet. Dur kann aber auch bedrohlich klingen: in den Bass-Trillern von „Im Dorfe“ zum Beispiel. Dass Kränzle und sein Pianist Hilko Dumno seit langem wohlvertraute Partner sind, war spürbar. Beschränkte sich schon der Sänger auf sparsamste Gesten (die Ausnahme: geöffnete Hände bei „habe ja doch nichts begangen“), so verzichtete auch Dumno auf jeden theatralischen oder koloristischen Effekt. Aus dem Nichts kommend, findet er im Auftaktlied „Gute Nacht“ rasch den Tritt, der den Wanderer auf die Reise schickt, immer wieder beglückt er die Zuhörer mit zauberhaften Klang-, vor allem Pianissimo-Wirkungen, nicht nur am Schluss des Zyklus. Wesentlich trägt er zu der atemlosen Spannung bei, die gegen Ende des Abends noch zunimmt und sich dem Publikum mitteilt. Eigentlich ist nach diesem Zyklus keine Zugabe möglich, wie Kränzle zu Recht verkündet, aber die beiden entlassen ihr dankbares Publikum erst nach dem „Wanderer“, der immerhin in der Nähe der „Winterreise“ bleibt.

    Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Februar 2014

    Stimmen sind vokalisierte Gesten, sind in ästhetische Ordnung gebrachte Szenarien ohne Bühne und Bild. Sänger, denen bewusst ist, dass ihr Gesang immer eine Szene macht – denen gelingt es, aus zwei banalen Terzsprüngen, wie sie Franz Schubert am Ende des Liedes „Rückblick“ aus der „Winterreise“ benutzt, das zu machen, was der Text über die rastlose, unglückliche Liebe des Wanderers an sein erträumtes Ende bringt: „Vor ihrem Hause stille steh`n“. „Stille steh´n“ wie das in Ausdruck und Gestus im Liederabend der Oper Frankfurt aus dem Mund von Johannes Martin Kränzle kam: Es war eines der zahllosen Momente, die den Vortrag des gesamten Liederzyklus., den Schubert 1827 auf Gedichte von Wilhelm Müller komponierte, zu einem ungemein starken Erlebnis machten. Stimme zugleich als wohlklingender Vortrag und als Ad-hoc- Schöpfung dessen, was in der Komposition geronnen oder gefroren vorhanden ist: Singen als ein Auftauen und damit überhaupt erst schmackhaft werdender Verzehr von Ausdruck. Nicht aufgesetzt wie eine klingende Grimasse, sondern ganz aus dem Duktus des Tonverlaufs entsprungen. Das hatte viel mit der instrumentalen Begleitung zu tun, die Hilko Dumno verantwortete. Ein Zugriff auf die Komposition, der die vielen illustrativen, bildgebenden Funktionen in der Musik zugleich als ausdrucksauflösende Klangprofile verstand. Alles, was dem vergeblich Sehnenden, Hoffenden, Liebenden in seiner ruhelosen Wanderwelt und Naturbetrachtung widerfährt und Klang wird, ist zugleich als Resonanz seiner eigenen Verfassung gegenwärtig. Und die Stimme Kränzles nimmt bei „stille steh`n“ solches auf, um es zu einer entspannenden und gesichert scheinenden Ankunft in erhoffter Beruhigung zu finalisieren. Kränzle, der seit 1998 im Ensemble der Frankfurter Oper eines ihrer Glanzstücke ist, das sich demnächst auch an der New Yorker Met als Beckmesser in Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ präsentieren wird, bringt ein starkes baritonales Gewicht auf die Waage, das aber schön obertonreich und höchst beweglich ist, wunderbar in den Tiefen ausgebaut ist und die zarten Höhen mit einem perfekten Kopf-Register realisiert. Ein sängerischer Idealfall für einen Schubert, der die Abgründe der zerklüfteten Seelenlandschaften vor Georg Büchner und den Expressionisten längst abgewandert hat.

    Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau, 6. Februar 2014
  • Grenzen der Menschheit/CD Schubert & Schumann

    Wer sich beim Liedgesang Gezärtel und Gesäusel wünscht, ist bei Johannes Martin Kränzle an der falschen Adresse. Mit seinem metallischen, kerngesunden Bassbariton tritt uns der Sänger wie ein Barde der Vorzeit entgegen, stürmisch, gleichsam mit der Harfe in der Hand und mit wehendem Mantel. Wenn Kränzle Balladen wie Die Bürgschaft (Schubert) oder Der Handschuh vorträgt, dann sprühen die Funken, da blitzt – obwohl man es nicht sehen kann – das Auge. Wahrhaftig ein geborener Balladensänger, klar und deutlich im Wort, feuerlebendig im Vortrag. Schuberts Frühwerk Die Bürgschaft wird von Sängern meistens gemieden: zu lang, zu umständlich, zu anstrengend. Das Duo Kränzle/Dumno macht daraus ein fesselndes Drama voll unerhörter Vorgänge. Schumanns Der Handschuh gilt allgemein – und nicht zu Unrecht – als schwache Komposition, die zum Furor, der Glut des Schillergedichts niemals vordringt. Kränzle gelingt hier so etwas wie eine Korrektur, er verleiht der Schauerballade die Spannung und Dramatik, die der Musik fehlt. Und alles, ohne jemals in übertriebene Theatralik zu verfallen. Kränzle ist ein bekannter und geschätzter Opernsänger, mehr als hundert Partien umfasst sein Repertoire. Er hat sich auch durch großartige Gestaltungen im Wagner-Fach (Beckmesser, Alberich) ausgezeichnet. Die Ausdrucks- und Gestaltungskraft des Bühnenkünstler ist in seinen Lied- und Balladenvortrag tief eingedrungen. Wenn er Schuberts Gruppe aus dem Tartarus singt, dann bekommt das „Weinen" des Baches einen Schmerzenston, und das „qualerpreßte Ach" wird zum Entsetzensschrei. Es gibt aber auch eine andere Seite des Künstlers, eine weiche, lyrische, die sich in Schuberts Der Fischer, Der König in Thule, in der tiefsinnigen Schöpfung Grenzen der Menschheit, in Schumanns Nachtlied vernehmen lässt. Ebenso in Hektors Abschied (Schubert), wobei der Sänger von Theresa Kronthaler mit auffallend gut assistiert wird. Mehr als zwei Oktaven sind es, die Kränzle in diesem Musikprogramm durchmißt. Der Sänger hat aber weder mit Tiefe, Mittellage oder Höhe Probleme. Und sein hohes G strahlt wie der Goldknauf am Kirchenturm im Sonnenlicht. Grenzen der Menschheit ist der Titel der neuen Aufnahme von Johannes Martin Kränzle und seinem aufmerksamen und feinsinnigen Begleiter Hilko Dumno. Vorhergegangen ist eine Balladenplatte mit dem Titel Die Mitternacht zog näher schon. Weitere Exemplare mögen folgen.

    Clemens Höslinger, klassik-heute, 27. August 2013

    ... eine bruchlos von Bassestiefen bis in tenorale Höhen geführte Stimme, ein souveräner Umgang mit der voix mixte sowie eine dramatische Kraftentfaltung, die auch beim Liedgesang den erfahrenen Wagnersänger durchblicken lässt.

    A. Laska, Opernglas, 3. Februar 2014
  • Griasnoj (Die Zarenbraut), Staatsoper Berlin, Oktober 2013

    Ganz stark der Bariton Johannes Martin Kränzle als Grigorij. Auch er setzt seine Stimme gekonnt ein, überzeugt mit seinem direkten, gradlinigem Gesang und seinen guten Reserven für die Spitzentöne. Darstellerisch ist Kränzle ein echter Zugewinn für diese Produktion – ihm steht die ganze Palette zwischen kumpelhafter Anbiederung und echter Verzweiflung problemlos zur Verfügung.

    Capriccio-Kulturforum, 4. Oktober 2013

    Johannes Martin Kränzle schlüpft in die Anzugrolle des Fieslings. Er verkörpert den Opritschnik Grjasnoj, den Studiochef, mit Format. Sein wandlungsfähiger Bariton windet sich geschickt durch die Gemeinheiten und eigenen Verzweiflungen.

    Volker Blech, Berliner Morgenpost, 4. Oktober 2013

    Noch mehr Applaus gibt es freilich, wie so oft, für die Bösen: den in jedem Wort klar artikulierenden, wie stets seinen Charakter sofort formenden Johannes Martin Kränzle als Leibgardisten Grjasnoj, der in der Konferenzsaalkühle zwischen Softdrinkbatterien und Käsewürfeln eine fremdartig zerrissene Erscheinung ist

    Manuel Brug, Die Welt, 7. Oktober 2013
  • Das Rheingold (Alberich), KKL Lucerne Festival, August 2013

    Einer hatte diese kaum nötig, so messerscharf war von Beginn an seine Diktion: der Alberich des klangmächtig auftrumpfenden Johannes Martin Kränzle. Er war vielleicht, hervorragend sekundiert vom Drahtzieher Loge (ungewohnt Adrian Eröd als Bariton), mit seiner wendigen Art der Angelpunkt von Notts Dirigat, das nach dem aus der Tiefe aufsteigenden Orchestervorspiel ganz auf vorwärtsdrängende Kraft und zugespitzte Höhepunkte ausgerichtet war – dies unter Wahrung eines hohen Masses an klanglicher Transparenz.

    Fritz Schaub, Neue Luzerner Zeitung, 3. September 2013
  • Parsifal (Klingsor), Konzerthaus Dortmund, Januar 2013

    Überragender Solist war Johannes Martin Kränzle als Zauberer Klingsor - ein fantastisches Rollendebüt mit einer riesigen Ausstrahlung gab der Sänger, der seine Karriere vor 22 Jahren in Dortmund begonnen hat.

    Julia Gass, Ruhr Nachrichten, 21. Januar 2013

    Über jeden Zweifel erhaben dagegen Johannes Martin Kränzles packendes Klingsor-Porträt ...

    Focus online, 21. Januar 2013
  • Siegfried (Alberich), Staatsoper im Schillertheater Berlin, Oktober 2012

    Der Beste von allen ist zweifellos Johannes Martin Kränzle als Alberich. Dessen Stimme füllt die Staatsoper im Schillertheater mühelos und mit echtem Wohllaut, selbst wenn er hämische Schärfe ins Spiel bringt. Wie fein er seine Passagen abschattiert! Schon nach dem 2. Akt erhält er kräftigen Beifall und geht auch aus dem Schlussapplaus als Sieger hervor.

    Ursula Wiegand, Der neue Merker, 8. Oktober 2012

    Ja, es gibt Ausnahmen. Sie kommen aus der Musik und aus der Initiative der Sänger. Johannes Martin Kränzle als Alberich etwa macht aus dem Dialog mit Wotan zu Beginn des zweiten Aktes eine spannende Szene. Er ist einer der wenigen Sänger, die nicht auf dem Orchester, sondern mit ihm singen, und daraus gewinnt er eine szenische Präsenz.

    Peter Uehling, Berliner Zeitung, 8. Oktober 2012

    Die Welt: Und der wunderbare, ungewöhnlich hellstimmige, in jeder abgefeimten Singsilbe präsente Johannes Martin Kränzle als Alberich trägt seine schrullig-filzige Catweazle-Verkleidung mit Würde.

    Manuel Brug, Die Welt, 8. Oktober 2012

    Nur Johannes Martin Kränzle als Alberich gelingt auch musikalisch ein fesselndes Rollenprofil.

    Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung, 8. Oktober 2012
  • Das Rheingold (Alberich), Bayerische Staatsoper München, Februar 2012

    „Für den Anfang ist die Münchner Produktion jedenfalls vielversprechend. Das liegt auch an der sehr guten Sängerbesetzung. Einen besseren Alberich als Johannes Martin Kränzle kann man sich schwer vorstellen. Er singt den Nachtalb mit der Artikulation und der Leichtigkeit eines Liedsängers, dem Ausdrucksvermögen eines Theaterschauspielers und dem Volumen eines Heldenbaritons.“

    Lucas Wiegelmann, Die Welt, 6.2.12, 6. Februar 2012

    „Stimmmächtig, sehr textverständlich und mit gutem Artikulationsvermögen der Wagnerschen Alliterationen begeistert Johannes Martin Kränzle. Er hat den Part des Alberich kurzfristig für den wegen einer Erkrankung verhinderte Wolfgang Koch übernommen: ein Glücksfall.“

    Klassik.com, 6. Februar 2012

    Das macht Vergnügen. Zumal sich das Sängerische mit dem Darstellerischen zum Teil ganz exzellent verbindet (und das Orchester immer wieder mit prägnanten Kommentaren zur Stelle ist). Da wäre etwa der Alberich von Johannes Martin Kränzle - ja, jenes aussergewöhnlichen Sänger-Darstellers, der vor einer knappen Woche in der Frankfurter «Götterdämmerung» als Gunther brilliert hat und nun kurzfristig eingesprungen ist. Stimmlich bleibt da nichts zu wünschen übrig, und wie diesem «Zwerg» mitgespielt wird, rührt fürwahr an.

    Neue Zürcher Zeitung, Peter Hagmann, 6. Februar 2012

    An der Bayerischen Staatsoper triumphiert der Last-Minute-Einspringer Johannes Martin Kränzle in der Neuproduktion von Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen"... Denn Kränzle weiss die dezent sängerfreundliche Lesart von Dirigent Kent Nagano sowie die in Verfremdungseffekten verliebte Regie von Andreas Kriegenburg am besten von allen zu nutzen. Er zeichnet einen Underdog, dessen Ambitionen durch die Machenschaften des konkurrierenden Marktführers Wotan brutal ausgebremst werden. .... Kränzle zeigt Aufsteif und Fall dieses Erniedrigten und Beleidigten in allen Facetten. ... Schliesslich zeigt Kränzles Alberich Reste von Stolz und hat sich längst mit der Idee abgefunden, zu Huren zu gehen, wenn niemand ihn um seiner selbst liebt. Kränzl kann Nuancen doppelbödig gut, durchwebt Tragik mit Komik, denunziert nicht, heroisiert nicht. Da gelingt ein vielschichtig packendes Porträt.

    Reinhard Brembeck, Süddeutsche Zeitung, 6.2.12, 6. Februar 2012

    Besondere Nachsicht hätte Johannes Martin Kränzle verdient gehabt, der erst zwei Tage zuvor die Partie des Alberichs von Wolfgang Koch übernommen und in kürzester Zeit die ihm fehlende sechswöchige Probenzeit kompensieren musste. Sonderboni hatte Kränzle aber nicht einmal ansatzweise nötig. Er schien die Regie förmlich in sich aufgesogen zu haben und erwies sich als wahres Naturtalent. Dieser Alberich zeigte grosses Format, nahm allein durch die Kraft seines schlank geführten Charakterbaritons und natürlicher Bühnenpräsenz für sich ein.

    J.-M. Wienecke, Das Opernglas, 1. März 2012
  • Die Götterdämmerung (Gunther), Oper Frankfurt, Januar 2012

    Die erstaunlichste Interpretation aber, und das ist die zweite Ausnahme, zeigte Johannes Martin Kränzle. Gunther ist, zwischen den Schwergewichten Brünnhild, Siegfried und Hagen, eher eine Figur der zweiten Reihe. Kränzle zeigte ihn stimmlich überragend differenziert und darstellerisch als einen Mann, der sich vom Dasein als Weichei und Witzfigur zur einzigen psychologisch gestalteten, also theatralisch ergiebigsten Person des Stückes entwickelt.

    Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau, 2. Februar 2012

    Johannes Martin Kränzle lieferte das baritonal fabelhaft nuancierte Kabinettstück eines neurotisch schwächelnden, zwischen Eitelkeit und Ängstlichkeit zerrissenen Firmen-Urenkels im Weltkonzern „Gibich“.

    Wolf-Dieter Peter, Neue Musik Zeitung, 2. Februar 2012

    Grandios spielt auch Schönklangsänger Johannes Martin Kränzle, der als Gunther den Mord an Siegfried zu spät noch verhindern will, dem Sterbenden beisteht, ehrlich erschüttert um ihn trauert.

    Ursula Böhmer, Bayerischer Rundfunk, 2. Februar 2012

    Selbst der ältliche Junggeselle Gunther – ein Angsthase in schlechtsitzendem Anzug, dem der fabelhafte Johannes Martin Kränzle alles an baritonalem Glanz schenkt, was der Figur an Größe fehlt –, selbst dieser zutiefst unsympathische, verknöcherte Zwangsneurotiker offenbart menschliche Züge, wenn er den sterbenden Helden in seinen Armen hält und vor Trauer und Reue zusammenbricht.

    Julia Spinola, FAZ, 2. Februar 2012

    Viel zu singen hat Gunther in der Götterdämmerung nicht, aber spannender war er nie. Johannes Martin Kränzle wertet an der Frankfurter Oper nicht nur eine Nebenrolle auf. Mit ihm erreicht die Inszenierung von Vera Nemirova, die sonst eher zeitlos bleibt, subtil den Anschluss an die Gegenwart. Dieser kultivierte Herr Gibichung, dem später in nacktem Entsetzen die bürgerliche Fassade birst, könnte mit uns vor der Oper stehen und sich mit einem der Jungs aus dem Occupy-Camp gleich gegenüber unterhalten, die hier Geld sammeln. Verunsichert, ratlos wäre er, vorläufig verständnisvoll, denn wer weiß, wie das wird, es soll doch eine recht große Bewegung sein... Kränzle ist ein Sängerdarsteller auf neuer Stufe, nicht einfach ein begabtes Theatertier, das sich in eine Rolle wirft. Die bis ins Feinste durchgearbeitete Verbindung stimmlicher, musikalischer und szenischer Intelligenz, die diesen Bariton 2011 zum Sänger des Jahres werden ließ, diese mitinszenierende, nicht nur etwas vorführende Gestaltung wäre undenkbar ohne seine Erfahrung mit dem Regietheater.

    Volker Hagedorn, Die Zeit, 9. Februar 2012
  • Ariadne auf Naxos (Musiklehrer), Oper Köln, November 2011

    Herausragend ist Johannes Martin Kränzle als immer klangschöner Musiklehrer mit feiner Ironie.

    Stefan Schmöe, Online Musik Magazin, 8. Dezember 2011

    Als Musiklehrer übertrumpft Johannes Martin Kränzle darstellerisch wie in der stimmlich-artikulatorischen Präsenz seine Umgebung...

    Markus Schwering, Kölner Stadtanzeiger, 8. Dezember 2011

    Last not least Johannes Martin Kränzle als Musiklehrer, ein ganz und gar rundes Porträt.

    Christoph Zimmermann, Klassikinfo, 8. Dezember 2011
  • Krieg und Frieden (Andrej Bolkonski), Oper Köln, September 2011

    Johannes Martin Kränzle besticht in der Rolle des Andrej Bolkonski durch seinen satten, unangestrengt volltönenden, herausragend artikulierenden und vielfarbigen Bariton, dem Trauer und Sehnsucht gleichermaßen zu Gebote stehen.

    Kölner Stadtanzeiger, Markus Schwering, 19. September 2011

    Johannes Martin Kränzle (überragend in Spiel und Gesang) brilliert in der Kölner Inszenierung als Fürst Andrej, vom Krieg physisch und psychisch gezeichnet.

    Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. September 2011

    Den Eindruck einer ungetrübten stimmlichen Reinheit bekam man auch beim Bariton Johannes Martin Kränzle geboten. Seine Stimme war hell und zeigte ein farbenreiches Timbre. Als völlige klangliche Einheit präsentierten sich beide (mit Olesya Golovneva) im letzten Duett des vorletzten Bildes.

    Roman Bonitz, Operapoint, 19. September 2011

    Neben den kurzen Phasen des Glücks zerrt es Fürst Andrej Bolkonski immer wieder in die Täler von Zweifel und Verzweiflung bis zur Todesstunde. Das drückt Johannes Martin Kränzle in Stimme und Gestus fabelhaft aus.

    Michael S. Zerban, Opernetz, 19. September 2011
  • Meistersinger von Nürnberg (Beckmesser), Glyndebourne Opera Festival, Mai 2011

    He (Sachs) was up against an equally distinguished Beckmesser, sensitively uncaricatured by Johannes-Martin Kränzle. His final, Malvolio-like humiliation was oddly moving.

    Rupert Christiansen, The Telegraph, 24. Mai 2011

    Den musikalischen Höhepunkt bietet Johannes Martin Kränzles wunderbar agiler, pingelig-süffisanter Beckmesser, ganz in Schwarz aufgemacht wie ein Kinderfänger.

    Gina Thomas, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Mai 2011

    Beckmesser (excellently played and sung by Johannes Martin Kränzle) remains onstage, sobbing, after his humiliation at the song contest, thereby attracting some sympathy, while a mood of non-triumphal bonhomie is suggested by the Masters linking arms in a kind of Bavarian Auld Lang Syne.

    Barry Millington, Standard, 24. Mai 2011

    The insecure mean-spirited and cackhanded Beckmesser is brilliantly depicted by Johannes Martin Kränzle.

    Richard MorrisonThe Times:, 24. Mai 2011

    But that was because the two singers who really stole the show for me, Johannes Martin Kränzle and Michaela Selinger, were so much more comfortable in their stage skins - and hence in their voices - than anyone else....And I had to deliberately focus on Kränzle's Beckmesser to notice he was wiping a tear or two away after his self-inflicted humiliation. But this is in any case a riveting interpretation, pure Malvolio in the trajectory of humourless self-importance brought low, and McVicar certainly helps out his vivid mime scene when Beckmesser stumbles across the manuscript of Walter's song-text in Sachs's study. The Act Two serenade is perhaps the most straightforwardly beautiful singing of the evening; the garbled competition-entry in Act Three comes with an unexpectedly hilarious parody of bass-baritonal solemnity. That was the revelation of the evening for me, but it's impossible not to be seduced by the perfection of Glyndebourne on a dazzling afternoon.

    David Nice, The Arts Desk, 24. Mai 2011

    Johannes Martin Kränzle was perfect in both voice and dramatic interpretation. He took full advantage of David McVicar’s clever production ideas. When he creeps into Sachs’s study in Act III the music allows time for plenty of side play and it was very funny: his tumbling over the bench, the paper sticking on his hand, and then his shoe, the boxes falling out of the shelves. It was all done with perfect comic timing. Kränzle and Finley as Beckmessser and Sachs were the stars of this performance.

    Mark Ronan, Theatre Reviews, 24. Mai 2011

    Johannes-Martin Kränzle’s Beckmesser, warmly sung with a richly resonant baritone, deserves a prize here.

    George Loomis, New York Times, 25. Mai 2011
  • Die Lustige Witwe (Graf Danilo), Grand Théàtre de Genève, Dezember 2010

    Dominant le plateau du geste et de la voix, Johannes Martin Kränzle offre un Prince Danilo d’exception. Quelle aisance, quel naturel, quelle présence, quel charisme dans ce prince sorte de Falstaff exubérant. Alors qu’autour de lui on joue la comédie, le baryton est un véritable être de chair et de sang projeté dans un monde de paraître. Artiste tout entier dans l’intelligence du personnage, il n’est besoin de metteur en scène, de dialogues, de décors, de musique même pour que l’on ne ressente pas son immédiateté d’être. Véritable bête de scène, disant le texte avec une théâtralité formidable, point ne lui est besoin de la beauté du chant tant celui-ci est expressif. On attend avec impatience ses interventions.

    Jacques Schmidt, Resmusica, 31. Dezember 2011

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