Marlis Petersen

Sopran

Biographie

Der Schwerpunkt von Marlis Petersens Repertoire liegt im klassischen Koloraturfach, doch hat sie sich auch als Interpretin zeitgenössischer Musik einen Namen gemacht. Nach dem Studium an der Musikhochschule Stuttgart und bei Sylvia Geszty ergänzte sie ihre Ausbildung in den Spezialgebieten Oper, Neue Musik und Tanz. Sie begann ihre Laufbahn als Ensemblemitglied der Städtischen Bühnen Nürnberg, wo sie Partien wie Ännchen, Blonde, Adele, Rosina, Lulu und Königin der Nacht sang. Danach war sie von 1998 bis 2003 an der Deutschen Oper am Rhein engagiert.

Ihren Einstand an der Wiener Staatsoper gab Marlis Petersen mit Lulu. Diese zentrale Partie ihres Repertoires sang sie auch in Peter Konwitschnys viel beachteter Hamburger Inszenierung, an der Chicago Lyric Opera und in einer Neuproduktion in Athen.

Seitdem ist sie ein ständiger Gast auf den bedeutendsten Opernbühnen dieser Welt, u.a. an der Opéra de Paris, dem Théâtre de la Monnaie in Brüssel, der Staatsopern in Berlin, Hamburg, München und Wien, dem Theater an der Wien, der Metropolitan Opera in New York, der LA Opera, der Chicago Lyric Opera und den Festspielen von Salzburg und Aix-en-Provence.

Zu ihren wichtigsten Rollen gehören u.a. die Lulu, Traviata, Susanna (Le Nozze di Figaro), Pamina (Zauberflöte), Adele und Rosalinde (Fledermaus), Marguerite (Les Huguenots), Manon, Thais und  Elettra (Idomeneo).

Einen sensationellen Erfolg feierte sie in der Neuproduktion der Lulu an der Bayerischen Staatsoper München, den sie mit ihrem Abschied von der Rolle an der Metropolitan Opera in New York nochmals wiederholen konnte. Herausragend und viel beachtet war auch ihre Traviata in der Inszenierung von Peter Konwitschny in Graz und Wien.

Zu den bedeutenden Uraufführungen, bei denen Marlis Petersen mitwirkte, zählen Hans Werner Henzes Phaedra in Berlin und Brüssel, Manfred Trojahns La grande magia an der Semperoper Dresden und die Uraufführung von Aribert Reimanns Medea an der Wiener Staatsoper.

Als Konzertsängerin ist Marlis Petersen auf allen großen Podien zu Gast. Gastspiele in Europa und den USA ermöglichten die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Lorin Maazel, Christoph Eschenbach, Antonio Pappano, Jeffrey Tate, Daniel Harding, Ingo Metzmacher, Thomas Hengelbrock, Louis Langrée u.a.m.

Die leidenschaftliche Beschäftigung mit der historischen Aufführungspraxis eröffnete den Kontakt zu Spezialisten wie René Jacobs, Ton Koopman, Trevor Pinnock und Helmuth Rilling. Marlis Petersen arbeitete mit Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Mahler Chamber Orchestra sowie dem Rundfunk Orchester Berlin, dem RAI Orchester Turin, dem Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem Freiburger Barockorchester, der Akademie für Alte Musik und dem Ensemble Modern Frankfurt.

Im Januar 2017 sang sie unter der Leitung von Kent Nagano eine Uraufführung von Jörg Widmann im Rahmen der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg. Dazu kam ihr sensationelles Debüt als Marietta in Die Tote Stadt in Warschau und eine Tournée mit Beethovens Leonore in der Urfassung unter René Jacobs. Im Januar 2018 folgte das vielbeachtete Debut als Donizettis Maria Stuarda im Theater an der Wien.

Marlis Petersen wurde mit dem 1. Österreichischen Musiktheaterpreis 2013 für die Darstellung der drei Frauen in „Les Contes d‘Hoffmann“ am Theater an der Wien ausgezeichnet. 2015 wurde sie von der Zeitschrift „Opernwelt“ zum 3. Mal zur Sängerin des Jahres gekürt.

Zukünftige Pläne in 2018 beinhalten u.a. die Lustige Witwe in Frankfurt, Händels Alcina im Theater an der Wien, sowie eine ausgedehnte Lieder-Tätigkeit bei der Schubertiade in Hohenems, in der Wigmore Hall, London, in Berlin, und im Wiener Musikverein.

Repertoire Opera

  • Composer Work Role
  • Beethoven Leonore Leonore *
  • Donizetti Maria Stuarda Stuarda
  • Donizetti La Fille du régiment Marie
  • Donizetti Don Pasquale Norina
  • Händel Alcina Alcina *
  • Haydn Orlando Paladino Angelica
  • Henze Phaedra Aphrodite
  • Janacek Das schlaue Füchslein Bystrouska
  • Lehar Die lustige Witwe Hanna Glawari
  • Massenet Manon Manon
  • Massenet Thaïs Thaïs
  • Meyerbeer Les Huguenots Marguérite de Valois
  • Mozart Die Zauberflöte Pamina
  • Mozart Idomeneo Elettra
  • Mozart Don Giovanni Donna Anna
  • Mozart Le Nozze di Figaro Contessa *
  • Offenbach Les Contes d'Hoffmann Giulietta/Antonia/Olympia
  • Reimann Medea Medea
  • Schreier Hamlet Gertrude
  • Strauss, R. Ariadne auf Naxos Ariadne *
  • Strauss, R. Salome Salome *
  • Thomas Hamlet Ophélie
  • Trojahn La grande Magia Marta
  • Trojahn Was ihr wollt Viola/Cesario
  • Verdi La Traviata Violetta
  • Zemlinsky Der Zwerg Donna Clara
* in preparation

Photos

Presse

  • Alcina, Theater an der Wien, September 2018

    Erneut ein gelungenes Rollendebüt: Nach ihrer gefeierten Maria Stuarda zu Beginn des Jahres begeisterte Marlis Petersen nun auch als Alcina am Theater an der Wien. Die anspruchsvolle Partie des verletzlichen Zauberin Alcina erobert sie sich auf ihre eigene, unnachahmliche Art höchst eindrucksvoll. Vorallem in den drei grossen Arien gelingt es der gestaltungsfreudigen Sängerin, die verborgenen Winkel menschlicher Zerbrechlichkeit ergreifend tief auszuloten.

    Das Opernglas, 30. September 2018
  • Maria Stuarda, Theater an der Wien, Januar 2018

    Petersens Stimme ist von einer lyrischen Grundtönung, die dem Charakter der Figur etwas Schwärmerisch-Romantisches verleiht. Nachdem offenbar ihr Timbre nichts gefährden kann, bleiben jedoch selbst Koloraturen wie auch die dramatischen Ausbrüche bei Petersen klangvoll und klar. Grandios.

    Der Standard, 21. Januar 2018
  • Die tote Stadt, Oper Warschau - Juni 2017

    Der eigentlich Trumpf des Abends ist Marlis Petersen, die ein höchst bemerkenswertes Rollendebüt als Marietta hinlegt. Mit wunderbar rundem, farbreichem Ton gestaltet sie das berühmte Lied "Glück das mir verblieb" und gewinnt etlichen Passagen durch exzellente Artikulation und pointierte Phrasierung ungewohnte Lebendigkeit ab. Ihr Sopran hat sowohl eine sehr gute Tragfähigkeit im Piano als auch dramatisch zupackenden Aplomb, ohne dabei je in vokale Schärfen auszuweichen, und verfügt auch für die grosse Szene im dritten Akt noch über ausreichend Reserven, die exponierten Höhen sicher zu bewältigen.

    Das Opernglas, 20. Juli 2017
  • Lulu (Lulu), Bayerische Staatsoper München, Mai 2015

    Die beste Ausgangsbasis für einen hoch gehandelten Abend also, den die Hauptdarstellerin krönte. Marlis Petersen ist wohl die Lulu unsrer Tage, was nicht nur daran liegt, dass sie damit ihre bereits neunte Produktion absolviert, sondern dass sie wie gewohnt völlig in der Rolle aufgeht. Natürlich ist sie nicht mehr das blutjunge Ding, das in aller Naivität die gierigen Männer ins Verderben stürzt. Die deutsche Sopranistin ist in dieser Produktion eine alterslos tragische Frauenfigur, die alle in Bann und ins Verderben zieht, sie singt die schwierige Partie mit lyrischer Inbrunst und ohne jegliche technische Grenze. Phänomenal.

    Ernst Strobl, Salzburger Nachrichten, 25. Mai 2015

    Marlis Petersen ist die „La Stupenda“ der Zwölfton-Koloratur. Ihr kalter Sopran und ihre unterkühlte Ausstrahlung fügt sich bestens in Tcherniakovs Deutung.

    Robert Braunmüller, Abendzeitung, 25. Mai 2015

    Marlis Petersen überwältigt mit ihrem glasklaren, expressiven Sopran und einer umwerfenden Spiel- und Leidenslust.

    Jörn Florian Fuchs, Deutschlandfunk, 25. Mai 2015

    Diese singuläre Klasse vermochte auf der Bühne so nur die Lulu vom Dienst zu parieren, die dafür nicht minder mit Ovationen überschüttet wurde. Marlis Petersen hat die Partie unzählige Male auf vielen Bühnen gesungen und wird demnächst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch anlässlich der Met-Premiere im Herbst mit ihrer Paraderolle reüssieren. Mit der Münchner Neuinszenierung hat sie einmal mehr bewiesen, dass sie auch mit der gewachsenen Reife der Jahre keine Konkurrenz fürchten muss und der Figur immer noch wieder neue Seite abzugewinnen vermag. Ihr Sopran war den gewaltigen Anforderungen, den anspruchsvollen Sprüngen, den extremen Höhen und der erforderlichen Intensität der Gesangslinie volkommen gewachsen. Neben einer stupenden vokalen Leistung brillierte sie auch durch ihre bis ins letzte Details ausgezirkelte Darstellungskunst und wurde dadurch allen erdenklichen Facetten der Figur gerecht.

    J.-M. Wienecke, Opernglas, Juli 2015, 29. Juli 2015
  • La Straniera, Theater an der Wien, Januar 2015

    ... so saß am Freitag das Publikum mucksmäuschenstill und gebannt. Das hing auch damit zusammen, dass es nun glaubhaft gefährdete Figuren waren. Marlis Petersen und Norman Reinhardt als blindwütig verliebter Arturo sind ein fast ebenbürtiges Paar, zwischen dem es prickelt. ...

    Ernst Strobl, Salzburger Nachrichten, 19. Januar 2015

    „Bei Petersen ist das anders. Die deutsche Sopranistin zieht keine One-Woman-Show ab, sondern wirft sich mit Leidenschaft, Hingabe und vokaler Perfektion in ihre Partie hinein. Plötzlich versteht man auch szenisch, warum diese Frau den Tenor – er heißt Arturo – nicht lieben kann, nicht lieben darf. Petersen punktet stimmlich auf ganzer Linie und zeichnet ein betörendes Porträt der "Straniera". Eine hinreißende Singschaupielerin eben.

    Peter Jarolin, Der Kurier, 19. Januar 2015
  • Nozze di Figaro (Susanna), Metropolitan Opera New York, September 2014

    But the evening belonged to the women. Marlis Petersen’s bright, clear voice brought her sexy but subtle Susanna to life vividly. Her verbal catfight with rival Marcellina (Susanne Mentzer) jump-starts the show.

    NY Daily News, 24. September 2014

    Marlis Petersen, in crystalline voice, was a winning presence as his bride Susanna.

    George Loomis, Financial Times, 24. September 2014

    Ihr Gesang begeisterte durch einen sehr runden, farbenreichen Ton, exzellentes Legato und sehr pointierte Nuancierung.

    E. Plotkin, Das Opernglas, 1. November 2014
  • Liederabend, Opernhaus Zürich, April 2014

    Fulminantes Debüt am Opernhaus Zürich Ein Liederabend mit der deutschen Sopranistin Marlis Petersen Der gute Ruf, der Marlis Petersen vorauseilt, bestätigte sich bei ihrem ersten Auftritt am Zürcher Opernhaus. Sie präsentierte sich in einem vielgestaltigen Liederabend rund um die Liebe. Die deutsche Sopranistin Marlis Petersen ist in der Schweiz erst wenig bekannt. Sie war erstaunlicherweise auch erst jetzt zum ersten Mal am Zürcher Opernhaus zu erleben, obwohl sie längst auf den renommiertesten Bühnen der Welt regelmässiger Gast ist. Und darüber hinaus kann sie auch ein aussergewöhnlich interessantes Repertoire vorweisen. Dieses enthält neben gängigen Rollen auch solche aus dem 21. Jahrhundert - unter anderen die höchst anspruchsvolle Titelpartie in «Medea» von Aribert Reimann -, und es ist somit breitgefächerter als dasjenige einiger Sängerinnen nicht nur ihrer Generation, welche eine grössere Bekanntheit geniessen. Die 46-jährige Petersen bestätigte an diesem Liederabend ihren ausgezeichneten Ruf und stellte sich als eine moderne Interpretin klassischer Musik vor. Ohne Allüren, aufgesetzte Gesten oder schwerfällige Roben zog sie von Anfang an das Publikum mit ihrer gewinnend natürlichen Art in den Bann. Zusammen mit ihrem langjährigen Begleiter Jendrik Springer hatte sie sich ein Programm ausgewählt, das sich ganz um die Liebe drehte. Petersen baute eine persönliche Atmosphäre auf, indem sie stets den Blickkontakt zum Publikum suchte. Und sie hatte sichtlich Spass dabei, mit ihrem erzählenden Gesang verschiedene Arten der Liebe darzustellen. Charmante Leichtigkeit Vorerst eine eher unterwürfige in Robert Schumanns Zyklus «Frauenliebe und Leben» op. 42, in welchem sie trotz den etwas altbackenen Texten von Adelbert von Chamisso zeigen konnte, wie viel Zeitloses in diesen Liedern enthalten ist, das nach wie vor berührt. In den feinsinnigen «Mädchenblumen» op. 22 von Richard Strauss befasste sie sich dann mit einer schwärmerisch-beschreibenden Art des Liebens - es sind in Musik gefasste Typisierungen von Frauen (Texte von Felix Dahn). In diesen Allegorien zeigte sich Petersen als erstklassige Strauss-Sängerin: Sinnvoll formulierte sie die Phrasen aus und setzte ihr Vibrato geschmackvoll dosiert ein. Auch alle heiklen technischen Anforderungen meisterte sie mit charmanter Leichtigkeit. So wechselte sie mit ihrer geschmeidigen Stimme spielerisch zwischen den Registern, crescendierte mühelos von zartem Piano zu schlankem, aber dennoch kraftvollem Fortissimo und unterstrich mit vielen unterschiedlichen Klangfarben die Textinhalte. Sie traf etwa den neckischen Charakter der «Mohnblumen» punktgenau oder erregte in «Efeu» fast Mitleid für diese Blumen, die «mit eigner Triebkraft nie sich heben aus den Wurzeln» und «nur einmal blühen». ... Dezente Mimik Schliesslich widmeten sich die beiden auch der bis zum Wahn gesteigerten Form der Liebe in Strauss' Ophelia-Liedern aus op. 67 und in Wolfgang Rihms Zyklus «Das Rot» aus dem Jahr 1990. Hier verdeutlichte Petersen die teilweise sehr dramatischen Szenen fast etwas opernhaft mit dezenter Mimik. Mit zwei anrührenden Zugaben - «Allerseelen» von Richard Strauss und «Widmung» von Robert Schumann - verabschiedete sich die sympathische Sängerin. Das Publikum kann sich auf ihren Auftritt in der Uraufführung von Christian Josts Oper «Rote Laterne» in der nächsten Spielzeit freuen.

    Moritz Weber, Neue Zürcher Zeitung, 28. April 2014
  • Les Contes d'Hoffmann (Olympia, Antonia, Giulietta), Theater an der Wien, Juli 2012

    Marlis Petersen, das Gesamtkunstwerk. Marlis Petersen, ein exzeptionelles Bühnentemperament, brilliert vor allem in der Metamorphose der Puppe Olympia zum kichernden, oberflächlichen Laufsteg-Starlet. Gelangweilt schaut sie auf die Uhr, während ihr leidenschaftliche Liebesbezeugungen zuteil werden.

    Wilhelm Sinkovicz, Die Presse, 5. Juli 2012

    Dass dieses Konzept so gut aufgeht, liegt vor allem an Marlis Petersen, die alle vier Frauenrollen interpretiert. Besser: Petersen interpretiert nicht. Die deutsche Sopranistin lebt diese Charaktere förmlich aus, ist ihnen auch stimmlich perfekt gewachsen. Petersen hat die Höhen und Koloraturen für die Olympia, die Lyrismen für die Antonia, das vokal Satte für die Giulietta. Eine grandiose Leistung.

    Peter Jarolin, Der Kurier, 5. Juli 2012

    Allen voran Marlis Petersen, die sich in vier so unterschiedlichen Frauenrollen als glänzende, fulminante Sängerdarstellerin bewährte. … Eine tolle Sparidee Geyers, seinen Fundus zu plündern und den Arnold Schönberg Chor mit Kostümen aus zahllosen Produktionen als Wachsfigurenkabinett auszustatten. In diesem erwacht Marlis Petersen als überdrehter Heidi-Klum-Klon Olympia zum Leben, eine köstliche Model-Persiflage bis hin zu den Koloraturen. Ergreifend gelang ihr die liebevolle Antonia, deren Drang zum Gesang sich tödlich auswirkt. Und als Edelnutte Giulietta wurde Petersen nicht nur für Hoffmann zur supersexy Männerfantasie. Eine Idealbesetzung.

    Ernst Strobel, Salzburger Nachrichten, 5. Juli 2012

    Angesichts des Debüts von Marlis Petersen in allen vier Frauenrollen lag das Konzept nahe, die Inszenierung auf das Motiv einer Geliebten in mehreren Ausprägungen auszurichten. Die "derzeit aufregendste Koloratursopranistin" (so die "Süddeutsche Zeitung") singt nicht nur alle vier Partien phänomenal, sondern glänzt auch als äußerst wandlungsfähige Darstellerin. Dass sie die Olympia nicht als Automaten, sondern als oberflächliches Top-Model spielt, die Puppe zum Püppchen umformt, ist Geyers bester Regieeinfall.

    ERNST NAREDI-RAINER, Die Kleine Zeitung, 5. Juli 2012

    Das hinreißende Plus des Abends ist jedoch Marlis Petersen in allen weiblichen Hauptrollen. In vielen Opernjahre erlebte ich so etwas nur ein einziges Mal: vor etwa 20 Jahren an der Met in New York sang Carol Vaness ebenfalls Olympia, Antonia, Giulietta und Stella; dazu gab es damals Domingo und Ramey. Petersen ist ein Phänomen im Singen und in der Darstellung. Olympia ist ein Aufstiegs-süchtiges Model, dazu herzlos sich selber in Szene setzend. Umwerfend ist, wie sie das spielt. Ihre Stimme ist nun lyrisch, voll und immer schön, aber sie singt erstklassige Koloraturen, legt dazu zusätzliche Fiorituren ein, hat alle Höhen. Dann als Antonia, die sie und gefühlvoll singt. Und zuletzt die Sexbombe Giulietta ganz umwerfend, wie sie die Männer bezirzt. Und auch da ist ihr Gesang vollendet. Sie ist eigentlich immer dieselbe Person in verschiedenen Ausformungen. Kurz gesagt: sie ist eine Wucht!

    “ Martin Robert Botz, Der neue Merker, 5. Juli 2012
  • Nozze di Figaro (Susanna), Salzburger Festspiele, Juli 2011

    Marlis Petersen als Susanne wird mit wunderbarer Stimmführung und hinreißender Darstellungskunst in allen Gemütslagen zum Kraftzentrum.

    Ernst P. Strobl, Salzburger Nachrichten, 28. Juli 2011

    Marlis Petersen fasziniert mit ihrem quellklaren Sopran als Idealbesetzung der Susanna.

    ERNST NAREDI-RAINER, Kleine Zeitung, 28. Juli 2011

    Sängerisch ist diese Mozart-Premiere nichts weniger als eine Offenbarung. Wo anfangen? Vielleicht bei Marlis Petersen, die als Susanna alle vokalen Register zwischen Gekeife und Hoheit zieht?

    WOLFRAM GOERTZ, RP-online, 28. Juli 2011
  • Les Huguenots (Marguérite), Théàtre de la Monnaie Brüssel, Juni 2011

    ...was bestens zu Marlis Petersens mädchenhafter Königin passt, die in ihrer Auftrittsarie vor einem Riesenmond 14 Minuten lang Koloraturen beseelt.

    Manuel Brug, Die Welt, 13. Juni 2011

    Rundum makellos agiert und singt Marlis Petersen - ihre Marguerite de Valois dürfte auch gerade auch für Stimmfetischisten eine mittlere Sensation sein.

    Frieder Reininghaus, Deutschlandradio, 13. Juni 2011

    ... aber ganz besondere Erwähnung verdient Marlis Petersen als Marguerite. Mit welcher Leichtigkeit meistert sie die höchsten Koloraturen und virtuosesten Sprünge. Man merkt gar nicht die Schwierigkeit dieser Herausforderung, nein, im Gegenteil geradezu hinreißend schön klingt und wirkt ihr Darstellung.

    Hans Reul, BRF online, 13. Juni 2011

    Exemplarisch für diese sängerische Vielseitigkeit ist Marlis Petersen. Ohne der schwindelerregenden Virtuosität der Marguerite de Valois auch nur das Geringste schuldig zu bleiben (die grosse Arie im zweiten Akt singt sie strichlos!), macht sie aus der "Koloraturpuppe", zu der die Rolle im Lauf der Aufführungsgeschichte gesungen war, eomem von Tragik überschatteten Charakter, dessen Zeichnung die Traviata- und Lulu-Erfahrungen der Sängerin anzumerken sind.

    Sieghart Döring, Opernwelt, 1. August 2011
  • La Traviata (Violetta), Opernhaus Graz, Januar 2011

    Und er hat in Marlis Petersen - sie war auch die umjubelte "Medea" in der Reimann-Uraufführung an der Wiener Staatsoper - eine vollendete Violetta. Petersen spielt und singt diese zum Sterben Verurteilte mit einer unfassbaren Intensität, verfügt über alle nötigen Töne, stellt diese aber ganz in den Dienst der Sache. So drastisch hat sich in der jüngeren Opern-Vergangenheit noch keine Violetta der Ewigkeit überantwortet. Grandios.

    Peter Jarolin, Der Kurier, 24. Januar 2011

    Dort steht nun in jeder Hinsicht das Kraftzentrum der Aufführung: Marlis Petersen verbindet existenzielles Leiden mit exzellentem Gesang und beherrscht einen intimen Tonfall ebenso wie mit unerschöpflichen Reserven erfüllte Dramatik.

    Daniel Ender, Der Standard, 24. Januar 2011

    "Traviata"-Debütantin Marlis Petersen sang makellos und wurde - ebenso wie Konwitschnys Regiekonzept - bejubelt. Wirtschaftsblatt, 24.1.11

    Wirtschaftsblatt, 24. Januar 2011

    Das Kraftzentrum des Abends ist Marlis Petersen, von Anfang an zugleich stark und hinfällig, trotzig auftrumpfend und zu Tränen rührend. ... sie stellt ihr Singen rücksichtslos in den Dienst wahrhafter Darstellung und fällt dabei doch nie aus der technischen Beherrschtheit. ... Herzzerreissend und dabei nie von plakativer Expression die Szene mit Giorgio Germont im zweiten Akt und geradezu ideal der Abschied des "Addio del passato bei sogni ridenti", in dem sie Gebrochenheit suggeriert und dennoch stets auf Linie singt. Dann, mit dem letzten Aufbäumen des "O gioia" entschwindet ihre Violetta durch den siebten Vorhang und verliert sich in die Arme einer ungreifbar dunklen Gottheit.

    Gerhard Persché, Opernwelt, 1. März 2011

    Mit Marlis Petersen steht in Graz eine Künstlerin auf der Bühne, die sich bei ihrem Rollendebüt als Violetta einmal mehr als packende Darstellerin erweist. Ob mit Pretty Woman-Perücke oder ohne - Petersen ist nicht nur attraktiv genug für diese Rolle, sie spielt auch eindrücklich, intensiv und berührend und verausgabt sich ganz. Bis zum Schluss noch mit dramatischen Reserven ausgestattet, beherrscht sie das intime Piano ebenso wie wendige Koloraturen, ihr "sempre libera" ist unendlich trostlos, die Einsamkeit der Violetta dabei mit Händen zu greifen.

    B. Frakele, Opernglas, 1. April 2011

    Es heisst Marlis Petersen, die mit der Grazer Violetta ihren ersten grossen Schritt ins italienische Fach gewagt und - typisch für sie - hiermit sogleich eine ganz eigenständige Rolle für sich erarbeitet hat, sowohl stimmlich wie darstellerisch. Keine atemberaubenden Koloraturkapriolen, sondern aus der Emotionalität entwickelte hinreissende Melodenläufe. Keine kapriziös tupfende Italianità, sondern interpretirende italienische Diktion und Artikulation. Keine Kameliendame, die schicksalsergeben fragil ihre Seele aushaucht, sondern die trotz ständig präsenter Krankheit stur und dickköpfig jeden noch so brüchigen Strohhalm ergreift, um kämpfen zu dürfen. ... Neben diesem vielschichtigen "Gesamtkunstwerk" der Edelkurtisane Marlis Petersen haben es die Kollegen schwer...

    B. Kempen, Das Opernglas, 31. Januar 2013
  • Die Zauberflöte (Pamina), CD-Aufnahme, Akademie für Alte Musik Berlin, 2010

    Das hört man - zumal bei Marlis Petersen, der wunderbaren Pamina dieser Produktion. Es ist schon erstaunlich, wie natürlich zart, verletzlich die Stimme nach zahllosen Lulu-Abenden und zeitgenössischen Werken wie Henzes "Phaedra" oder jüngst Reimanns "Medea" klingt. Die Arie "Ach, ich fühl's" berührt mit einer ruhig fliessenden Andante-Anmut, die aus dem Innersten leuchtet. Die Sopranistin verleiht ihr eine emotionale Wahrheit... Einmal holt Marlis Petersen mitten in einer Legato-Linie tief Luft. ... man kann diese Zäsur aber auch als Botschaft deuten: Der drohende Verlust des Geliebten raubt Pamina buchstäblich den Atem, zerreisst das ... Herz.

    Albrecht Thiemann, Die Opernwelt, 1. November 2010
  • Lulu (Lulu), Metropolitan Opera New York, Mai 2010

    Any “Lulu” is equally dependent on the singer in the title role. In the German soprano Marlis Petersen, the Met had a charismatic, technically assured protagonist. That Ms. Petersen’s Lulu was rarely seductive in any genuine sense seemed to be precisely her point: more often than not, she was both a scarred adolescent fascinated with the powers of her sublime figure and face and an amoral kitten prone to remorselessly raking everything within reach. Her wasted placidity in the tragic final scene was deeply affecting.

    Steve Smith, The New York Times, 9. Mai 2010

    Marlis Petersen is completely at ease in Berg’s musical world. She not only sings all of Lulu’s ridiculously demanding music without apparent effort but moves with an amazing sensitivity to the musical gesture, and not just the gestures she is singing. I would like to think that this is the kind of performance Berg was looking for when he wrote so many picky stage directions in his score. Petersen’s Lulu feels almost like a choreographic realization of the music. ... Taking Lulu as a helpless victim of men, as Petersen does, makes us feel a little better about the gender politics of this piece, though I doubt Berg, much less his buddies Kraus and Weininger, would recognize this take on feminine nature. This approach makes her increased awareness in the second half something of a self-actualization, which again feels better to us now. (I think Petersen’s approach is entirely the right one for today, and I would probably be very uncomfortable with anything else, but I think we need to acknowledge that this piece has a shitload of gender trouble.)

    likelyimpossibilities.blogspot.com, 13. Mai 2010
  • Hamlet (Ophelia), Metropolitan Opera New York, März 2010

    All the while, the baritone sang splendidly, though the big showpiece went to soprano Marlis Petersen. Donning Ophelia’s weeds with not much notice for an indisposed Natalie Dessay and commuting from Vienna where she appeared in the premiere of Aribert Reimann’s “Medea,” Petersen showed off cool nerves, good looks and an assured coloratura technique.

    Manuela Hoelterhoff, Bloomberg.com, 18. März 2010

    Last night at the premiere of the new production “Hamlet,” soprano Marlis Petersen took over the role of Ophélie ... Petersen, who had only a few days of rehearsal, performed admirably. … Petersen sang with pathos and impressive agility. Her light, frothy soprano suited the character’s fragility,…

    Ronni Reich, New Jersey News, 18. März 2010

    The opera world has been abuzz recently with reports of Ms. Petersen’s whirlwind last-minute rehearsal schedule. She missed the dress rehearsal on Friday because she was performing in Vienna. The Met sent a coach there to work with Ms. Petersen, who flew to New York on Saturday, then endured a 30-hour period of costume fittings, stage rehearsals with piano and one abbreviated orchestral run. By Tuesday night, however, this trouper was ready. A lovely woman with a bright, alluring and agile voice, she seemed immersed in a role that, to judge from her beautiful and emotionally vulnerable singing, she clearly relishes.

    ANTHONY TOMMASINI, The New York Times, 18. März 2010

    When she canceled because of illness, the company brought in the German soprano Marlis Petersen, who performed something of a heroic feat. She finished another engagement in Vienna on Friday, flew to New York on Saturday, then had all of two days to rehearse before opening night.

    Mike Silverman, Associated Press, 18. März 2010

    … it cleared the way for Marlis Petersen, … she sang very beautifully in her mad scene (which sounds oddly exotic, faintly presaging Lakme’s Bell Song), with clear, jewel-like tones that were not only lovely but had a quality of innocence in keeping with the character.

    Anne Midgette, The Washington Post, 18. März 2010
  • Medea (Medea), Wiener Staatsoper, Februar 2010

    Marlis Petersen hingegen hat eine konditionelle, vokale und gestalterische Leistung auf phänomenalem Niveau zu leisten. Und bei ihrem Marathon der Demütigungen stimmt alles: Das Versonnene, das Exaltierte - alles kommt mit vokaler Sicherheit, Flexibilität und Eindringlichkeit über die Rampe und mündet schließlich in illusionsloser Akzeptanz der womöglich nahenden Strafe in Delphi. Grandios.

    Ljubiša Tošic, DER STANDARD, 2. März 2010

    Und die prächtigste, reichste Partie, der auch alle Instrumente zu Gebot stehen, hat Medea selbst: Marlis Petersen singt sie mit glockenklarer Energie, sie wird zum Licht und Fokus der Aufführung.

    Eleonora Büning, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. März 2010

    Die Sängerbesetzung ist das pure Glück und das Kapital der Produktion. Marlis Petersen meistert halsbrecherische Koloraturen und ist von faszinierend düsterer Präsenz.

    Ernst Strobl, Salzburger Nachrichten, 2. März 2010

    Marlis Petersen voran absolviert die aberwitzig gezackten Koloratur-Orgien, die Reimann der Medea zudenkt, als wären sie von Mozart: Selbst in den extremsten Momenten, fernab jeglicher natürlichen Deklamation, liefert sie förmlich Belcanto-Gesang, fast zu schön, um dem Drama ganz gerecht zu werden. Doch geht es hier wohl darum, den orchestralen Malstrom vokal zu ergänzen und zu überhöhen. Die Singstimmen sind Teil des akustischen Gemäldes. Und Petersen bleibt selbst dort, wo dieses mit den Schmerzen der gequälten Frau zum überdimensionalen Alpdruck anwächst souverän der natürliche Brennpunkt des Geschehens.

    WILHELM SINKOVICZ, Die Presse, 2. März 2010

    Trotzdem ist sie eine Wahnsinnspartie, freilich von Reimann passgenau in die lyrische Koloraturkehle von Marlis Petersen komponiert. Die singt Liebe und Schmerz, direkt, unverstellt, da gibt es keine antikische Distanz, kein Tragödinnenpathos. Sie ist einfach - von einer rührenden Unbedingtheit, einer verletzlichen Raserei, einer verstehbaren Verbohrtheit. Und so wie diese Ausnahmesopranistin schön und sympathisch auch das Abstoßendste sich anverwandelt, so bleibt das Publikum von dieser Figur gebannt. 26 Minuten Schlussapplaus sind auch ihr Verdienst.

    Manuel Burg, Die Welt, 2. März 2010

    Ein Wunder aber geradezu, was das Ensemble auf der Bühne hervorbringt. Die mit dem enormen Tonumfang, den haarsträubenden Sprüngen, aber auch der auf die Spitze getriebenen Expressivität extrem angelegte Partie der Medea meistert die Sopranistin Marlis Petersen in stupender Weise.

    Peter Hagman, Neue Zürcher Zeitung, 3. März 2010

    Eine immense Herausforderung stellt bereits die Länge der Hauptpartie mit mehr als einer Stunde reiner Singzeit dar. Die Bewältigung dieser Aufgabe allein würde genügen, um voll des Lobes für Marlis Petersen als Medea zu sein. Grossartig jedoch, mit welcher Stimmschönheit und Sicherheit auch in den höchsten Tönen die Sängerin die Schwierigkeiten der Titelrolle meistert. ... Stehende Ovationenn und nicht enden wollender Jubel ... vor allem aber für die Gestalterin der Titelpartie.

    T. Rauchenwald, Das Opernglas, 1. April 2010

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