Christof Loy

Director

Biography

Christof Loy is one of the most internationally sought-after opera and theatre directors of his generation. His meticulously crafted productions have earned him numerous awards. He has been named Director of the Year several times by Opernwelt magazine. In 2017 he was named Director of the year at the International Opera Awards, where he also won the 2016 award for "Best New Production" for Britten's Peter Grimes at the Theater an der Wien.

He has an intensive and long-standing collaboration with many of the world's leading opera houses: Theatre an der Wien (Peter Grimes, Maria Stuarda, Euryanthe and Zazà), the Bavarian State Opera (Lucrezia Borgia, Roberto Devereux and Nozze di Figaro), the Zurich Opera House (La Straniera, Alcina, Capuleti e Montecchi and Don Pasquale), the Salzburg Festival (Theodora, Frau ohne Schatten, Ariodante and Così fan tutte), the Royal Opera Stockholm (La Fanciulla del West, Parsifal, Der Rosenkavalier and Der Ferne Klang), Royal Opera House Covent Garden (Ariadne auf Naxos, Lulu and Tristan und Isolde), De Nederlandse Opera in Amsterdam (Arabella, Khovanshchina, La Forza del Destino and Tannhäuser), the Teatro Real Madrid (Capriccio and Rusalka) and many more.

Among his latest works are Così fan tutte at Salzburger Festspiele, Leoncavallo‘s Zaza at Theater an der Wien, Rusalka (Dvorak) at Teatro Real Madrid, Eugen Onegin (Tchaikovsky) in Oslo, Francesca da Rimini at Deutsche Oper Berlin and Luisa Miller (Verdi) at the Glyndebourne Festival.

Projects in the current season include Nacht vor Weihnachten (Rimsky-Korsakow) at Oper Frankfurt, Die Winterreise (Schubert) at Theater Basel, Salome (Strauss) an der at Finnish National Opera Helsinki, Der Schatzgräber (Schreker) at Deutsche Oper Berlin an Il Trittico (Puccini) at Salzburger Festspiele.

Numerous of his productions have been released on DVD.

Photos

Press

  • Cosi fan tutte, Salzburger Festspiele (02.08.2020 - 18.08.2020)

    An diese Produktion von „Così fan tutte“ wird man lange denken. Sie ist ein Glück, ein Wunder, ein Fest, so wie Wolfgang Amadeus Mozarts „Figaro“ in der Regie von Claus Guth und unter der Leitung von Nicolas Harnoncourt es 2006 gewesen war.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung, Aug. 3, 2020
  • Chowanschtschina, De Nederlandse Opera, Amsterdam, Februar 2016

    Few stage directors do innuendo better than Loy. Erotic Tension, ambivalent relationships, resentment or manipulation are all narrated with sophisticated subtlety; everything is dense, detailed and compelling. On a largely empty stage, with consummate musicality, Loy lets the action unfold, teasing out the complex strands of the work's political and religious conflicts by showing us the real people with real passions who drive the Action Forward.

    Shirley Apthorp, Financial Times, March 9, 2016

    Diese Chowanschtschina gehört zum Besten, das man gegenwärtig auf Europas Bühnen hören und sehen kann.

    Jan Brachmann, Frankfurt Allgemeine Zeitung, March 21, 2016
  • Daphne, Theater Basel, Februar 2015

    Überhaupt: Loy gelingt es spielend, den Opernpappkameraden szenisch griffiges Leben einzuhauchen. Wieder einmal erweist er sich als Meister der genauen Figurenzeichnung. Das gilt auch für das zwischen Anziehung und Abweisung pendelnde Verhältnis zu Leukippos, den der intensive Rolf Romei als langmähnigen Dorf-Softie mit Macho-Allüre charakterisiert, der sich erst als Ebenbild Daphnes verkleidet dieser sexuell nähern kann. ... Auch nach dieser denkwürdigen Inszenierung kann man "Daphne" nicht wirklich lieben, aber man hat sie als Zeitkunstwerk weit besser verstanden.

    Manuel Brug, Die Welt, Feb. 16, 2015

    Aber auch alles halb so schlimm, denn in ihrer interpretatorischen Grundhaltung wie in ihrer Verwirklichung auf der Bühne gehört die Inszenierung, die Christof Loy der späten, verfemten und selten gespielten Oper «Daphne» von Richard Strauss angedeihen lässt, zu den Höhepunkten in der laufenden Spielzeit des Theaters Basel.

    Peter Hagmann, NZZ, Feb. 20, 2015

    Loy ergründet die Psyche der Figuren. Dabei hört er genau darauf, was Strauss mit seiner Musik erzählt, dringt in deren tiefen Schichten ein. Daphne ist von Beginn weg von Melancholie gezeichnet. Ihre Sehnsucht nach Sinnlichkeit lebt Daphne aus, indem sie sich mit Pflanzen, mit Bäumen verschwistert. Um sich selbst zu verstehen, sucht sie überall nach ihrem Ebenbild, der Spiegelung ihrer selbst. ... Die beiden versierten Opernkünstler Loy und Drewanz verknüpfen Szene und Musik zum aufrüttelnden Ganzen. Dem Theater Basel gelingt in der Oper ein weiterer Coup.

    Christian Fluri, Aargauer Zeitung, Feb. 20, 2015
  • Arabella, Nederlandse Opera, April 2014

    Auch in Amsterdam findet «Arabella» zu kräftiger Kontur, gleichzeitig aber auch zu weit aufgefächerter Nuancierung. Marc Albrecht, der die neue Musik nicht meidet und gerade darum am Spätromantischen besondere Seiten entdeckt, hat nicht nur im Technischen äusserst sorgfältig gearbeitet, er bringt auch farbliche Nuancierungen ein, die das strukturelle Denken hinter der Sinnlichkeit ans Licht heben. Vor allem aber erzeugt er einen enthusiastischen Aufbruchston, der die Situation Arabellas als einer jungen Frau vor dem Schritt ins Leben genau trifft. Nicht zuletzt nimmt der Dirigent damit feinnervig den Faden auf, den der Regisseur ausgelegt hat. Christof Loy befreit das Stück von seinem Altwiener Kolorit und reduziert es auf seinen Kern; die «lyrische Komödie», die Hofmannsthal und Strauss im Sinn hatten, findet von diesem Ansatz aus besonders plausible Verwirklichung. Tatsächlich mag man hier glauben, dass auch eine Frau von heute, so sie denn auf ihren Richtigen gestossen ist, diesem Gegenüber mit Haut und Haar angehören möchte. Spielort ist bei Loy und seinem Ausstatter Herbert Murauer ein leerer, hochweisser Kasten, der sich über die gesamte Bühnenbreite erstreckt. Die in verschiebbare Segmente aufgeteilte Rückwand und dahinter horizontal bewegliche Räume schaffen in rascher Folge ganz unterschiedliche, atmosphärisch dichte Einblicke. Das Dekor, das die Ikonografie von «Arabella» prägt, der Kronleuchter, der Frack, die grosse Robe, das alles bleibt bis zum Ball des zweiten Akts ausgespart; stattdessen gibt es Kleidung von heute, was dem Zuschauer erlaubt, die auf der Bühne erzählte Geschichte an sich heranzulassen. Und wie diese Geschichte erzählt wird, darin liegt das Meisterliche der Inszenierung. Die Darsteller agieren ganz so, wie es Menschen tun, sie sind keine Theaterfiguren und schon gar keine Opernsänger. Dadurch erhält manche Stelle, die gewöhnlich etwas lächerlich wirkt, ihre ganz eigenartige Dringlichkeit.

    Peter Hagmann, Die Neue Zürcher Zeitung, April 14, 2014
  • Jenufa, Deutsche Oper Berlin, März 2012

    Manchmal müssen eben nur der richtige Regisseur und das richtige Stück zusammenfinden: Christof Loy und Janacek's "Jenufa" sind offenbar ein solcher Glücksfall, welcher der Deutschen Oper das seltene Ereignis einer ebenso intelligenten wie modernen, dabei gänzlich mätzchen- und provokationsfreien Ooernisnzenierung bescherte.

    U. Ehrensberger, Opernglas, May 1, 2012
  • La Fanciulla del West, Royal Opera Stockholm, Dezember 2011

    Das große, vielleicht in seiner Monumentalität auch kitschige US-Landschaftspanorama ist diesmal höchstens draußen zu erahnen. Loys Puccini-Welt ist eine eng umgrenzte, selbst bei den Schatzgräbern im gar nicht goldenen Westen. Am Ende reitet deshalb kein glückliches Paar in den Sonnenuntergang, zwei Menschen, die sich eben noch gefunden haben, gehen ganz simpel einem hellen Lichtschein hinterher. Christof Loy hat diesmal nichts problematisiert, und kein strenges, von der eigentlichen Handlung fortführendes Konzept, wie noch im Sommer in der Salzburger "Frau ohne Schatten" im Plattenstudio. Er nimmt David Belascos vermeintlich platte Librettovorlage einfach ernst und erzählt sie so akribisch wie sensibel in der Personenführung. Nur an den dramatischen Knackpunkten verdoppelt er seine Personen durch parallele Videomontagen, die den Opernwestern in Großaufnahme noch näher heranzoomen. Und plötzlich ist hier nichts mehr Kolportage, ist die glaubensfeste Jungfrau und ihre Männerhorde, die nun für einen eher windigen Kerl ihre so festgefügte Existenz aufgibt, anrührend und wirklichkeitsnah. ... Der dritte Akt, wir sind hier wieder im nun leeren Saloon als Menschenkäfig, hält diese Höhe nicht, er bringt sanften, auch bei dem gern problematisierenden Loy versöhnlichen Ausklang.

    Manuel Brug, Die Welt, Dec. 20, 2011
  • Frau ohne Schatten, Salzburger Festspiele, Juli 2011

    Einer, der sich an solchen Prämissen reibt, ist der Regisseur Christof Loy. Verständlich also, dass er für seine Inszenierung der «Frau ohne Schatten» bei den Salzburger Festspielen auf Mittel und Wege der Distanzierung sann. Er fand sie darin, dass sich die Oper nicht an den von Hofmannsthal vorgegebenen Schauplätzen ereignet, sondern in einem barocken Ballsaal: in einem Interieur im Stil der Wiener Sophiensäle, das Johannes Leiacker in liebevoller Detailarbeit nachgebaut hat. Und gespielt wird nicht «Die Frau ohne Schatten», sondern vielmehr eine mehrtägige Aufnahmesitzung, die der gleichnamigen Oper gilt. Loy hat sich da durch den Dirigenten Karl Böhm inspirieren lassen, der die Oper 1955 gleich wieder ins Programm der Wiener Staatsoper eingefügt und sie dann unter den widrigen Umständen der Nachkriegszeit auch aufgenommen hat. So gibt es weder ein Färberhaus noch einen Kahn noch goldenes Wasser, es ist davon bloss die Rede. Die Darsteller sind in die Alltagsmode der fünfziger Jahre gekleidet, wie sie Ursula Renzenbrink hat schneidern lassen. Geführt wird das Geschehen von einem smarten Assistenten mit dem Klavierauszug in der Hand und überwacht durch einen ebenso soignierten wie strengen Aufnahmeleiter. Am Rand agieren Damen, die Kaffee und Aschenbecher bereithalten, und ein Portier, der glatt dem Team um Christoph Marthaler und Anna Viebrock entstammen könnte. Äusserst umsichtig sind die Situationen gezeichnet, und mit einem Anflug von Amusement beobachtet man die scharf gezeichneten Physiognomien und verfolgt man, wie sich Gesungenes und Gespieltes immer stärker durchdringen. Am Ende glaubt man gar, die beiden, die im Studio den Färber Barak und seine Frau singen, seien tatsächlich ein Paar. Mag sein, dass dieser ausgesprochen anregende Ansatz ohne Rezept des Regisseurs nicht zu kapieren ist. Der Gewinn ist jedoch offenkundig: Das Spiessige des Stücks verliert an Penetranz, und zugleich tritt heraus, wie komplex die einzelnen Figuren und ihre Beziehungen untereinander gezeichnet sind, vom Text wie von der Musik her. Dabei bleiben der stämmige Kaiser von Stephen Gould und der warme Barak von Wolfgang Koch eher im Hintergrund. Bestimmt wird der Abend von den drei Frauen, was auch damit zusammenhängen mag, dass das Werk ohne Kürzung gespielt wird. Grossartig, mit welcher Schärfe Michaela Schuster die intrigante Veranlagung der Amme herausarbeitet, und buchstäblich umwerfend die dramatische Energie, mit der die extravagante Evelyn Herlitzius die Frau des Färbers auflädt.

    Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung, Aug. 2, 2011
  • Die Fledermaus, Oper Frankfurt, März 2011

    Loy hat, unterstützt vom Frankfurter GMD Sebatsian Weigle, tief in die Musik hineingehört und aus ihr jenen nostalgischen Schwebezustand herausgekitzelt, der so typisch ist für die österreichische Mentalität des "Sowohl als auch und des Weder noch" (wie Robert Musil treffend schrieb). Strauss' Musik unternimmt eine Gratwanderung zwischen Frenesie und Rührung. Hinter dem Walzertaumel lauert stets zugleich die Leere, hinter dem Versprechen der erotischen Orgiastik die Ernüchterung.

    Uwe Schweikert, Opernwelt, April 1, 2011
  • Les Vêpres Siciliennes, Nederlandse Opera Amsterdam, September 2010

    Die Amsterdamer Neuproduktion zeigte, dasss es für eine überzeugende Aufführung keineswegs - wie es das Bonot für "Il Trovatore" will - die vier besten Sänger der Welt braucht, sondern viel weniger: zuallererst einen Regisseur, der das Stück wirklich ernst nimmt, ... Geprägt wurde die Aufführung freilich nicht nur von Christof Loys reduktionistischer Bildersprache und präziser Personenführung, sondern auch von der niederländischen Sopranistin Barbara Haveman als überragender Sängerschauspielerin. ... Dies verstärkte Loys Lesart, in der weniger Henris Hin- und Hergerissenheit zwischen geliebter Frau und tyrannischem Vater im Vordergrund steht, sondern vielmehr das Unvermögen eines ungleichen Liebespaars, sich seiner Gefühle wirlich bewusst zu werden. Loy hat das Libretto Scribes ... sehr genau gelesen. Loy zeigt diese Unterwerfungsgeste aos infantile Regression, macht sie aber gleichzeitig zum archimedischen Punkt seiner Inszenierung. ... Wie die Ballettmusik hier als essenzieller Teil einer aufs Ganze zielende Interpretation genutzt wird, ist ein wahrer Geniestreich. ... In Christof Loys eindringlicher Interpretation wirkt das Stück weniger sperrig, als man immer gemeint hatte.

    Anselm Gerhard, Die Opernwelt, Nov. 1, 2010
  • La Donna del Lago, Gran Théàtre de Genève, Mai 2010

    Noch weiter geht Loy mit der heikelsten Figur des Stücks, die er gleich ganz in der Grauzone zwischen Wahn und Wirklichkeit ansiedelt: Elenas junger, für den Fortgang der Geschichte komplett verzichtbarer Verehrer Malcolm wird hier zum Alter Ego der Träumerin, die all die Tatkraft besitzt, die Elena selbst fehlt. Ein reizvoller Gedanke, der Rossini nicht nur eine unerwartete Tiefendimension beschert, sondern auch durch die Musik überraschend gut gedeckt wird.

    Jörg Königsdorf, Die Opernwelt, July 1, 2010

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