Johannes Martin Kränzle - Bariton/Bass
Biographie
Bevor er sich auf den Gesang konzentrierte, absolvierte der in Augsburg geborene Bariton Johannes Martin Kränzle ein Violin- und Kompositionsstudium (seine Kammeroper „Der Wurm“ wurde an der Neuköllner Oper in Berlin uraufgeführt). Als Schüler von Martin Gründler an der Musikhochschule Frankfurt am Main nahm er erfolgreich an verschiedenen Gesangswettbewerben teil, bevor er seine ersten Engagements in Dortmund und Hannover antrat. 1998 wurde er Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, wo er erstmals Wolfram („Tannhäuser“), Don Alfonso („Così fan tutte“), Don Pizarro („Fidelio“), Tomsky („Pique Dame“), Grjaznoi („Die Zarenbraut“), Paolo („Simon Boccanegra“) und die Titelpartie von „Don Giovanni“ sang. Hier arbeitete er u. a. mit Regisseuren wie Keith Warner („Death in Venice“), Christoph Nel („Meistersinger“) und Nicolas Brieger (Henzes „Boulevard Solitude“ und „Das verratene Meer“) zusammen. Weitere Partien seines Frankfurter Repertoires sind Heerrufer („Lohengrin“), Giovanni Morone („Palestrina“) und Papageno. Ab der Saison 2009/10 hat die Oper Köln Kränzle, u. a. für die „Meistersinger“ (Beckmesser), „Das schlaue Füchslein“ (Förster) und „Herzog Blaubarts Burg“ (Blaubart) verpflichtet.
Zu seinen Gastspielstationen zählen die San Francisco Opera („Zauberflöte“ und Messiaens „Saint François d’Assise“), die Hamburgische Staatsoper („Figaro“-Graf), die Bayerische Staatsoper (Guglielmo, Papageno, Sekretär in Henzes “Der junge Lord“), Hannover (Billy Budd), Wien (Menottis „Konsul“), Genf (Korngolds „Tote Stadt“ und Eisenstein in Strauss’ „Fledermaus“) und die Salzburger Festspiele (Valens in „Theodora“). In mehreren Inszenierungen (Bern, Köln, Leipzig) hat der vielseitige Künstler die Titelrolle von Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ gesungen und als ausgebildeter Geiger das Violinsolo selber gespielt.
Neben seiner Operntätigkeit widmet sich Kränzle intensiv dem Lied- und Oratoriengesang. So konzertierte er beim Schleswig-Holstein-Festival, bei den Dresdner Musikfestspielen, im Leipziger Gewandhaus, in der Pariser Nôtre Dame, im Kölner Dom, beim Festival von Vilnius, beim Budapester Frühlingsfestival und an der Expo 2000 Hannover. In der Regie Udo Samels führte er 2004 Schuberts „Winterreise“ in Frankfurt szenisch auf. Als Gastprofessor unterrichtet er daneben regelmässig an brasilianischen Universitäten.
Für die kommenden Spielzeiten stehen in seinem Terminkalender u. a. Alberich („Rheingold“ und „Siegfried“) unter Daniel Barenboim an der Mailänder Scala, „Rheingold“-Alberich an der Berliner Staatsoper, Dionysos in einer Uraufführung von Wolfgang Rihm, Graf Danilo („Die lustige Witwe“) und Gunther („Götterdämmerung) am Genfer Grand Théâtre sowie Beckmesser beim Glyndebourne Festival.
Seine erste Solo-Lied CD („Die Mitternacht zog näher schon“) ist bei Oehms Classics erschienen, mit Balladen von Loewe, Schumann, Schubert, Mahler, Wolf und Busoni.
Letztes Update: 10.06.2010© Textänderungen und -kürzungen sind ausschliesslich mit unserer Genehmigung möglich. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

