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Patrick Lange - Dirigent

Presse

Konzert, Komische Oper Berlin, Juli 2011

«Es ist gut gelaufen für Patrick Lange in den vergangenen 14 Monaten. Im Mai 2010 stieg er, 29-jährig, überraschend vom Kapellmeister zum Generalmusikdirektor der Komischen Oper auf, nachdem sich das Orchester von Carl St. Clair getrennt hatte. Dass aus dem Wagnis längst eine Freundschaft erwachsen ist, spüren die Zuhörer beim letzten Saison-Sinfoniekonzert in der Behrenstraße sofort. Bewusst schlicht gestaltet Lange den Beginn von Richard Strauss’ „Tod und Verklärung“, lässt den Holzbläsern Raum für ihre Soli. Mit Kunsthandwerkerehrlichkeit arbeitet sich das Ensemble anschließend durch die „heftig bewegten“ Passagen, so dass sich bestens nachvollziehen lässt, wie der Komponist sein raffiniertes Räderwerk in Gang setzt. Tief empfunden und atmosphärisch dicht dann Schostakowitschs Sechste, dieser bewusst kopflose Torso: Beeindruckend bedrängend die Largo-Klage, schön scharfkantig die schnellen Sätze. Dirigent und Orchester verschmelzen zu einer Einheit, der Saal lauscht atemlos. Zwischen den beiden sinfonischen Brocken lässt Christiane Karg in Alban Bergs „Frühen Liedern“ betörenden Sirenengesang erklingen. Sublim schimmert die Silberhöhe, jeder Vokal ein kostbarer Kristall, rein und klar, Gedichte wie Geschmeide, halb dekadent, halb zukunftssüchtig. Ein Jugendstil-Sommernachtstraum. Frederik Hanssen»

Frederik Hanssen, Der Tagesspiegel, 09.07.2011

«Besonderes Geschick zeigte die Komische Oper bei der Auswahl ihrer Chefdirigenten, gerade dort, wo sie auf neue Namen vertraute. Der Jüngste in dieser Reihe ist Patrick Lange, der 2007 zum ersten Mal im Haus eine Vorstellung leitete und in der kommenden Woche mit &quot;Rusalka&quot;, &quot;Idomeneo&quot; und den &quot;Meistersingern&quot; seine erste, überaus erfolgreiche Saison als Chefdirigent an der Komischen Oper abschließen kann. Von hier aus übernimmt er mittlerweile auch Verpflichtungen an der Wiener Staatsoper; die Bayerische Staatsoper, das Zürcher Opernhaus und das Londoner Covent Garden stehen demnächst in Langes Terminkalender. </p> <p>Wie jedes Jahr geht die Komische Oper etwas später in die Sommerferien und vor dem Festival mit einer Wiederholung aller Saisonpremieren wird auch ein Sinfoniekonzert gespielt. Bis in die letzte Ecke gefüllt ist die zum Konzertpodium umgebaute Bühne mit dem Großaufgebot für Strauss' &quot;Tod und Verklärung&quot;, im Parkett dagegen sind die Sitzreihen leider leicht gelichtet, obwohl sich dieses Konzert nur gegen die vor allem Stimmung machende Konkurrenz auf dem Gendarmenmarkt zu behaupten hat. </p> <p>Das Organische herausgearbeitet </p> <p>Das Selbstbewusstein, mit dem Lange und sein Orchester dann in Strauss' früher Tondichtung auftrumpfen, besteht zu Recht. Zwar klingt das Tutti, wenn es in diesem eher stillen Werk mal richtig laut wird, etwas lärmend. Aber die Violinen zeigen bis in die gefürchteten Kaskaden der halsbrecherischsten Passage hinein eine vorbildliche Geschlossenheit, das Orchester atmet und pulst gemeinsam in dieser den Organismus zur Todesstunde unmittelbar mimetisch verklärenden Komposition. Langes Tempi sind flexibel, und es wirkt ebenso beeindruckend zu sehen wie zu hören, mit welch souveräner Körpersprache er dieses Organische der Musik herausarbeitet, wie Rhythmen nicht nur präzisiert sondern verlebendigt werden, wie Entwicklungen zielorientiert aufgebaut werden, auch wenn sich die Spannungsbögen bis zum äußersten weiten. </p> <p>Von Claudio Abbado, einem seiner Mentoren, hat Lange die stets bedeutungsvolle und unabhängige Zeichengebung der linken Hand gelernt, die Rechte hält dagegen deutlich die Musik in Fluss, ohne dabei aber in bloß taktschlagender Pedanterie zu agieren. Auch hier werden, neben klarer Orientierung, flexible Zeichen der Gliederung, der Formung des Energieflusses gesetzt. In der 6. Sinfonie von Schostakowitsch waren es vor allem die versunken abdriftenden, jeden festen Formwillen scheinbar auflösenden Passagen des ersten Satzes, in denen Patrick Lange rückhaltlos zu fesseln wusste. Seine Bläsersolisten, allen voran die beseelt spielende Flötistin Christina Fassbender hatten ihren Anteil an dieser Aufführung.»

Martin Wilkening, Berliner Zeitung, 09.07.2011