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Marlis Petersen - Sopran

Presse

Liederabend, Opernhaus Zürich, April 2014

«Fulminantes Debüt am Opernhaus Zürich </p> <p>Ein Liederabend mit der deutschen Sopranistin Marlis Petersen Der gute Ruf, der Marlis Petersen vorauseilt, bestätigte sich bei ihrem ersten Auftritt am Zürcher Opernhaus. Sie präsentierte sich in einem vielgestaltigen Liederabend rund um die Liebe. </p> <p>Die deutsche Sopranistin Marlis Petersen ist in der Schweiz erst wenig bekannt. Sie war erstaunlicherweise auch erst jetzt zum ersten Mal am Zürcher Opernhaus zu erleben, obwohl sie längst auf den renommiertesten Bühnen der Welt regelmässiger Gast ist. Und darüber hinaus kann sie auch ein aussergewöhnlich interessantes Repertoire vorweisen. Dieses enthält neben gängigen Rollen auch solche aus dem 21. Jahrhundert - unter anderen die höchst anspruchsvolle Titelpartie in «Medea» von Aribert Reimann -, und es ist somit breitgefächerter als dasjenige einiger Sängerinnen nicht nur ihrer Generation, welche eine grössere Bekanntheit geniessen. </p> <p>Die 46-jährige Petersen bestätigte an diesem Liederabend ihren ausgezeichneten Ruf und stellte sich als eine moderne Interpretin klassischer Musik vor. Ohne Allüren, aufgesetzte Gesten oder schwerfällige Roben zog sie von Anfang an das Publikum mit ihrer gewinnend natürlichen Art in den Bann. Zusammen mit ihrem langjährigen Begleiter Jendrik Springer hatte sie sich ein Programm ausgewählt, das sich ganz um die Liebe drehte. Petersen baute eine persönliche Atmosphäre auf, indem sie stets den Blickkontakt zum Publikum suchte. Und sie hatte sichtlich Spass dabei, mit ihrem erzählenden Gesang verschiedene Arten der Liebe darzustellen. Charmante Leichtigkeit </p> <p>Vorerst eine eher unterwürfige in Robert Schumanns Zyklus «Frauenliebe und Leben» op. 42, in welchem sie trotz den etwas altbackenen Texten von Adelbert von Chamisso zeigen konnte, wie viel Zeitloses in diesen Liedern enthalten ist, das nach wie vor berührt. In den feinsinnigen «Mädchenblumen» op. 22 von Richard Strauss befasste sie sich dann mit einer schwärmerisch-beschreibenden Art des Liebens - es sind in Musik gefasste Typisierungen von Frauen (Texte von Felix Dahn). In diesen Allegorien zeigte sich Petersen als erstklassige Strauss-Sängerin: Sinnvoll formulierte sie die Phrasen aus und setzte ihr Vibrato geschmackvoll dosiert ein. Auch alle heiklen technischen Anforderungen meisterte sie mit charmanter Leichtigkeit. So wechselte sie mit ihrer geschmeidigen Stimme spielerisch zwischen den Registern, crescendierte mühelos von zartem Piano zu schlankem, aber dennoch kraftvollem Fortissimo und unterstrich mit vielen unterschiedlichen Klangfarben die Textinhalte. Sie traf etwa den neckischen Charakter der «Mohnblumen» punktgenau oder erregte in «Efeu» fast Mitleid für diese Blumen, die «mit eigner Triebkraft nie sich heben aus den Wurzeln» und «nur einmal blühen». ... </p> <p>Dezente Mimik </p> <p>Schliesslich widmeten sich die beiden auch der bis zum Wahn gesteigerten Form der Liebe in Strauss' Ophelia-Liedern aus op. 67 und in Wolfgang Rihms Zyklus «Das Rot» aus dem Jahr 1990. Hier verdeutlichte Petersen die teilweise sehr dramatischen Szenen fast etwas opernhaft mit dezenter Mimik. Mit zwei anrührenden Zugaben - «Allerseelen» von Richard Strauss und «Widmung» von Robert Schumann - verabschiedete sich die sympathische Sängerin. Das Publikum kann sich auf ihren Auftritt in der Uraufführung von Christian Josts Oper «Rote Laterne» in der nächsten Spielzeit freuen.»

Moritz Weber, Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2014