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Artists Management Zurich

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Uwe Eric Laufenberg - Regisseur

Biographie

Nach dem Abitur in Köln studierte Laufenberg von 1981 bis 1984 an der Folkwang Hochschule Essen im Fachbereich Schauspiel. 1983 debütierte er am Staatstheater Darmstadt, 1985 wechselte er als Schauspieler und Regieassistent ans Schauspiel Frankfurt, ab 1988 folgten dort seine ersten Inszenierungen − Harald Kuhlmanns Pfingstläuten, Rainald Goetz' Krieg, Ferdinand Bruckners Krankheit der Jugend und Albert Camus' Die Gerechten an einem Abend, sowie Rückkehr in die Wüste von Bernard Marie Koltès. 1990 ging Laufenberg ans Schauspiel Köln, wo er u.a. Merlin oder Das wüste Land (Tankred Dorst), den Besuch der alten Dame (Friedrich Dürrenmatt) sowie Clavigo (J.W.v. Goethe) inszenierte. Von 1993 bis 1997 war er Mitglied der Leitung am Schauspielhaus Zürich und erarbeitete dort unter anderem Die Räuber (Friedrich Schiller), Dantons Tod (Georg Büchner) und Hamlet (William Shakespeare). Danach wirkte er als Oberspielleiter und Regisseur am Maxim-Gorki-Theater in Berlin, dramatisierte dort Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz, inszenierte u.a. Die Ratten (Gerhard Hauptmann), Lulu (Frank Wedekind) und Platonov (Anton Tschechow). In den Jahren 2000 bis 2004 arbeitete Laufenberg als freier Regisseur und Schauspieler u. a. in Berlin, Brüssel, Genf und München. Seit 1992 inszeniert Uwe Eric Laufenberg auch Musiktheater an internationalen Häusern, beispielsweise Ariadne auf Naxos am Theatre de la Monnaie in Brüssel, Der Rosenkavalier und Lady Macbeth von Mzensk an der Semperoper Dresden, Die verkaufte Braut an der Volksoper Wien oder Tosca am Grand Théâtre de Genève. Im Sommer 2008 war seine Inszenierung von Ernst Kreneks Karl V. bei den Bregenzer Festspielen zu sehen, im Herbst 2010 sein Don Giovanni am National Center for the Performing Arts in Peking und im März 2011 seine Inszenierung von Mozarts Entführung aus dem Serail in Sulaimaniya (Irak) als erste Opernaufführung dort überhaupt. Von 2004 bis 2009 war Laufenberg Intendant des Hans Otto Theaters in Potsdam. Dieses war während des Neubaus nach Plänen von Gottfried Böhm zwei Jahre lang ohne festes Domizil. Laufenberg erfand das Konzept Potsdam unterwegs, inszenierte Frau Jenny Treibel nach Fontanes Roman und bespielte mit seinem Ensemble in dieser Zeit die verschiedensten Orte in der Stadt, darunter die Französische Kirche, die Orangerie von Schloss Sanssouci und das Palais Lichtenau. Das neue Haus eröffnete er am 22. September 2006 mit seiner Inszenierung der Uraufführung von Torsten Beckers Katte. In Potsdam war er auch schauspielerisch und sängerisch tätig, unter anderem in Veronika beschließt zu sterben nach Paulo Coelho und an der Seite von Dagmar Manzel in der Operette Die Fledermaus, inszeniert von Adriana Altaras. Ab der Spielzeit 2009/2010 war Laufenberg Intendant der Kölner Oper. Hier inszenierte er Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, Strauss/ Hofmannsthal Ariadne auf Naxos, sowie einen kleinen Mozart-Zyklus (Don Giovanni, Die Entführung aus dem Serail und La clemenza di Tito). Die Leistungen seiner Intendanz wurden im Herbst 2012 von der Fachzeitschrift Opernwelt und ihrer jährlichen Umfrage unter 50 internationalen Opernkritikern mit der Auszeichnung Opernhaus des Jahres gewürdigt. Es war das erste und bislang einzige Mal, dass diese Würdigung der Kölner Oper zuerkannt wurde. „Die Oper Köln meisterte“, hieß es in der Begründung eines Kritikers, „gleich mehrere Spagate zu zahlreichen Ausweichspielstätten mit Bravour und servierte einen ambitionierten Spielplan mit Erfolg – leider wurde für den Intendanten Uwe Eric Laufenberg im unglücklichen Taktieren mit der tumben Kölner Kulturpolitik eine Blutgrätsche daraus.“ Denn zum Zeitpunkt der Auszeichnung war seine Intendanz bereits beendet – nach einer harten kulturpolitischen Auseinandersetzung um Sanierung oder Abriss und Neubau von Schauspiel- und Opernhaus, sowie heftiger Kämpfe um den Etat der Kölner Oper, die Laufenberg schließlich zur Bitte um Auflösung seines bis 2016 laufenden Vertrages bewegte. Nach öffentlichem Hick-Hack, fristloser Kündigung und Rechtsstreit kam es schließlich zur einvernehmlichen Kündigung des Vertragsverhältnisses per 31. August 2012. In der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt wurden die Kölner Ereignisse auch als Ärgernis des Jahres gewählt. Im August 2013 erschien in einem Potsdamer Verlag seine literarische Aufarbeitung der Kölner Erfahrungen in Romanform. "Palermo" beschreibt die kulturpolitischen Possen und Querelen rund um ein Opernhaus, transponiert nach Sizilien.

Seit August 2014 ist Laufenberg Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Als Eröffnungspremiere seiner Intendanz wählte Laufenberg Die Frau ohne Schatten von Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss. Außerdem inszenierte er dort Otello (Verdi), und Cosi fan tutte (Mozart) sowie Thomas Mann/ John von Düffel Die Buddenbrooks. Von 2013 bis 2015 erarbeitete Laufenberg Wagners Ring des Nibelungen im neuen Musiktheater Linz, eine Tetralogie der Intrigen und Machtkämpfe. Es dirigierte Dennis Russell Davies. In der Spielzeit 16/ 17 wird der Ring auch am Staatstheater Wiesbaden zu sehen sein, unter anderem in zwei geschlossenen Zyklen zu den Maifestspielen 2017.

Im März 2015 inszenierte Laufenberg an der Wiener Staatsoper die Neuproduktion der Elektra von H.v.Hofmannsthal und R.Strauss mit dem Titel-Rollendebüt von Nina Stemme. Im Sommer 2016 wird seine Interpretation des Parsifal bei den Bayreuther Festspielen zu sehen sein.

Letztes Update: 16.12.2015

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