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KS Nina Stemme - Sopran

Presse

Salome (Salome), Opernhaus Zürich, April 2014

«Nina Stemme als hinreissende Salome </p> <p>Die 2010 noch in der Ära Pereira von Sven-Eric Bechtolf im Bühnenbild von Rolf Glittenberg aus der Taufe gehobene Inszenierung wurde nun höchst sorgfältig vorbereitet und in einer neuen Besetzung präsentiert. Da ist zuerst einmal der wunderbare lyrische Tenor von Benjamin Bernheim als schwärmerischer Narraboth, der auch in der Darstellung gute Figur macht. Offenbar nicht ihren besten Tag hatte Anna Gotyachova als Page, die streckenweise nahezu unhörbar blieb. Und dann trat Nina Stemme als Salome auf! Zuerst in ihren Burnus gehüllt, zeigt sie sich dann als Vollweib und vermag das Silber-Pailleten glänzende Kleid (Kostüme: Marianne Glittenberg) gut zu tragen. Nach ein paar Tönen ist die Stemme voll da und singt eine Salome, wie man sie in den letzten zwanzig Jahren wohl nirgendwo mehr so hinreissend gehört hat. Da blüht die Stimme auf und offenbart wohl, dass Nina Stemme die noch grössere Strauss-Sängerin ist, als sie es schon als fabelhafte Wagner-Sängerin ist. Strauss bringt ihre Stimme zu einem wunderbaren, obertonreichen Strahlen und zu einer Brillanz, die sich wunderbar in den orchestralen Orient-Teppich der Strauss‘schen Partitur einbettet. Nina Stemme verfügt nicht nur über die strahlende Höhe, die an die von Birgit Nilsson erinnert, sondern auch über eine warme Mittellage, die schlank und flexibel geführt wird. Und dann vermag sie inmitten des Strauss‘schen Orchester-Apparates und nach Fortissimo-Tönen immer noch ein perfekt gestütztes Piano, sogar Pianissimo zu produzieren, wie zum Beispiel bei …“so keusch wie der Mond“. Es ist einfach fabelhaft, einer solchen Stimme schon mal rein zuzuhören und sich von ihr verführen zu lassen. Nina Stemme hat auch für die Darstellung der Salome eine gute Lösung gefunden. Weder hüpft sie als Teenager über die Bühne, noch dräut sie als Hochdramatische ihrem Gegenüber. Sie ist eine Salome, eine Prinzessin weniger als trotziges Kind, sondern eine willensstarke junge Frau, die sich gegen ihre Eltern durchsetzt. Wunderbar im Schlussgesang, wo sich, nach dem Kuss, wie verwandelt, ihre Züge aufhellen und sie nochmals einen neuen Klang findet, da sie jetzt um das Geheimnis der Liebe weiss. Dass sie dann – wie Carmen – dem Pagen ins offene Messer läuft, ist nur die richtige Konsequenz ihres Lebens, nämlich nur der Tod kann ihr Erlösung bringen. Ein grossartiges Porträt einer grossartigen Sängerin!»

John Mueller, Der Neue Merker, 21.04.2014