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Pavol Breslik - Tenor

Presse

Rezital, Prinzregententheater München, Juli 2011

«Zauber der Stimme. Pavol Breslik im Prinzregententheater. </p> <p>Mit so langem und begeistertem Beifall hatte Pavol Breslik - an der Staatsoper seit Jahren für zahlreichen Auftritte in Mozart- und Donizetti-Partien geliebt - wohl bei seinem ersten Liederabend nicht gerechnet. Also gab es nach Bellinis berückendem 'Vaga luna' für die vierte Zugabe im Prinzregententheater keine Klaviernoten. Der 32-jährige musste das böhmische Lied 'vom vergifteten Apfel der Liebe, den ein Mädel seinem Jungen nicht geben will' ganz ohne Begleitung singen! Welch schöner, berührend natürlicher Abschluss eines Abends, an dem der slowakische Tenor zuerst an der Seite von Amir Katz am Flügel mit Dvoráks 'Cigánské melodie' auf Tschechisch dank seines Temperaments wie einer berückenden Intensität und Schönheit des Singens bezauberte. 'Wer auch im Schmerz noch singen kann, der lebt; nicht wird sein Lied vergehen', heißt es im dritten der Zigeunerlieder; und wie da ganz fein gesponnene Klavierfäden die Singstimme umwebten, war einer von vielen wunderbaren Momenten an diesem Abend. </p> <p>Danach Franz Liszts Petrarca-Sonette, und auch hier überzeugte die große Emotionalität, mit der Breslik jede Phrase modellierte, diese Unbedingtheit des Singens und Gestaltens, die Leuchtkraft einer edel timbrierten Stimme, nicht zuletzt in der Höhe. Dazu ein Pianist wie Amir Katz, der den Sänger mit einer großartigen Verhaltenheit stützte, die nie bloßes Begleiten war, sondern auch den Nachspielen eine zwingende Bedeutung gab, ohne je groß aufzutrumpfen. </p> <p>Robert Schumanns 'Dichterliebe' war der sattsam bekannte Prüfstein. Aber für eine halbe Stunde hatte man alle Aufnahmen, alle Live-Erlebnisse mit diesem Zyklus vergessen, so bezwingend war die Einheit zwischen Singen und Klavierspiel, das zugleich weich fließend und von farbig gesetzten Akzenten durchpulst war. Fast makellos das Deutsch und die Artikulation Bresliks, mehr noch, der leichte slawische Akzent war nie störend, sondern eine besondere, charmante Farbe. Zurückhaltung bot jetzt auch Breslik, bevor mit zunehmender Verdüsterung der Lieder der Schmelz seines lyrischen Tenors den Heine-Text weit in den Raum trug: 'Ach könnt&quot; ich dorthin kommen, und dort mein Herz erfreu&quot;n, und aller Qual entnommen und frei und selig sein.' Bewegender kann man das Zauberreich der (Todes-)Nacht nicht herbeisehnen.»

Klaus Kalchschmid, Süddeutsche Zeitung, 02.08.2011

«Am Ende gingen die Noten aus. Und man wollte gar nicht glauben, dass ein Darling wie Pavol Breslik tatsächlich davon ausging, mit drei Zugaben einfach so davonzukommen. Allerdings gab’s schon beim Applaus ein so wunderbar unbeholfenes Hin und Her mit seinem Klavierpartner Amir Katz, dass man den beiden so ziemlich alles abnahm. Womöglich noch eine Bewässerungsanlage für den Münchner Sommer. </p> <p>Das war der Clou und zugleich die Crux dieses ersten Liederabends, den Breslik seinen Münchnern bescherte. Denn selten taucht einer so aufrichtig ein ins kunstvolle Geschehen, nimmt jede Faser mit dem heiligen Ernst eines Hochamts. Da fehlt dann auch jede Distanz, die nicht nur in Robert Schumanns „Dichterliebe” heilsam wäre. Der Witz, die Selbstironie bleiben sowieso auf der Strecke. </p> <p>Man mag an den frühen Fritz Wunderlich denken – und goutiert dann eben doch, dass just diese „Dichterliebe“ unsäglich delikat gesungen ist, mit vorbildlicher Diktion und manchen zarten Schattierungen. Nur werden die vom etwas zu pedalreichen, gerne mal zähen Spiel des Pianisten konterkariert. Und auch die wild wuselnden Englein in „Das ist ein Flöten und Geigen“ bekamen bleierne Flügel. </p> <p>Da war der 32-jährige Slowake doch besser aufgehoben bei Franz Liszts „Petrarca”-Sonetten, die weniger Phonkraft vertragen hätten, und mehr noch bei Antonín Dvoráks „Zigeunermelodien”. Kaum einer wirft sie mit dieser Vertrautheit, dieser Selbstverständlichkeit in den Raum, in weiten, emphatischen Bögen. Mit dieser flexiblen, geschmackvoll geführten Stimme geht so ziemlich alles, das ist verlockend, doch ganz in die Tiefe gelangt Breslik erst in den Liedern aus der Heimat. Heulen hätte man mögen, mit dem Mütterlein hinterm Wald.»

Christa Sigg, Abendzeitung, 02.08.2011

«Zwei Tage nach dem umjubelten Liederabend von Jonas Kaufmann im Nationaltheater konnte der junge slowakische Tenor Pavol Breslik im Prinzregententheater mit einen klug zusammengestellten Liedprogramm einen ebenso großen Publikumserfolg erzielen: Die Leute schrien Bravo und trampelten, dass das ganze Haus vibrierte- eine auch aus Bayreuth bekannte, etwas urwüchsige Art, seiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. </p> <p>Pavol Breslik verfügt über eine herrlich timbrierte lyrische Tenorstimme von hohem Wiedererkennungswert, meilenweit entfernt von dem kopfigen Gesäusel, das immer wieder aus Tenormund in Konzertsälen und auf Opernbühnen ertönt. Seine Technik ist sicher, sein Legato vollkommen. Sein Piano klingt geradezu ätherisch, seine Phrasierung ist sehr intelligent und geschmackvoll, seine Artikulation prägnant. Wort und Ton entsprachen einander stets bei seinen feinfühligen Lied-Interpretationen. Sein von der Opernbühne her bekanntes großes Schauspieltalent manfestierte sich immer wieder, wenn er die Lieder durch prägnante Gesten unterstrich und dadurch grroße Lebendigkeit des Vortrages erzielte. </p> <p>Er begann mit Dvoraks sehr abwechslungsreichen, alle nur erdenklichen Stimmungen schildernden Zigeunermelodien, die natürlich in Originalsprache vorgetragen wurden. Ausgelassene Lebensfreude wurde ebenso überzeugend vermittelt, wie Liebeskummer und Todesahnung. Tief bewegend das Lied „Als die alte Mutter“ </p> <p>Es folgten Liszts Tre sonetti die Petrarca, die zu den frühesten Liedkompositionen des Meisters zählen. Die Innigkeit von Pace non trovo gelang ebenso überzeugend wie das Pathos von Benedetto sia l´giorno und die himmlische Vision von I´vidi in terra. Der Vortrag des Künstlers war bei diesem Liedblock fast opernhaft, er setzte hier( stilistisch sehr passend) mehr Vibrato ein als sonst:- kein gebürtiger Italiener hätte idiomatischer klingen können. Wenige Tage zuvor hatte ich Breslik in einer italienischen Rolle, als darstellerisch und gesanglich wohl kaum zu übertreffenden Gennaro an der Seite der noch immer amtierenden Koloraturkaiserin Gruberova als Lukrezia Borgia erlebt. </p> <p>Höhepunkt des Abends war Schumanns Zyklus Dicherliebe. Die 16 Lieder nach Texten von Heine boten Breslik Gelegenheit, das gesamte Spektrum zwischen Freuden und Leiden der Liebe nicht nur gesanglich glanzvoll zu bewältigen, sondern unter Beachtung aller Nuancen von Text und Musik, auch emotionell auszuschöpfen. Die Ironie Heines wurde entsprechend akzentuiert, etwa in dem üblicherweise nur gefühlvoll vorgetragenen Lied „Ein Jüngling liebt ein Mädchen“ Hier ließ Breslik sehr schlüssig Heines Sarkasmus aufblitzen. Erstaunlich und gerade für einen Slawen höchst ungewöhnlich ist des Sängers völlig akzentfreie Beherrschung der deutschen Sprache- eigentlich eine Grundvoraussetzung für einen gelungenen Vortrag deutscher Lieder, die leider auch von bedeutenden Künstlern nicht immer auf so vollkommene Weise erreicht wird. Die Aussprache Bresliks ist so perfekt, dass ein Mitlesen des Textes entbehrlich wurde. </p> <p>Das jubelnde Publikum, darunter auch Nina Stemme, erklatschte sich (wie bei Kaufmanns Liederabend) vier Zugaben: Schumanns Dein Angesicht, Bellinis Vaga luna und zwei slowakische Volkslieder, deren für den Großteil der Anwesenden nicht verständliche Texte der Künstler zuvor kurz erklärt hatte. Das letzte Lied wurde in Ermangelung von Noten für den Pianisten von Breslik sogar a cappella vorgetragen, und zwar keineswegs weniger wirkungsvoll. </p> <p>Der noch sehr junge, hoch talentierte Amir Katz begleitete einfühlsam und stilsicher- besonders schön war das Nachspiel zum letzten Lied der Dichterliebe. Katz wird übrigens am 18. Dezember im Brahmssaal mit einem Chopin-Programm in Wien debutieren.»

Georg Freund, Der neue Merker, 28.07.2011

«Auch Pavol Breslik ließ Liszt nicht links liegen. Bei seinem umjubelten Festspiel-Liederabend am Donnerstag im dicht besetzten Prinzregen-tentheater folgte er quasi Diana Damraus Spuren, die sich am Vorabend ebenfalls Liszts Petrarca-Liedern gewidmet hatte. Ein interessanter Vergleich: Da wo Damrau und Deutsch sich ganz dem Fluss der Musik an-vertrauten, suchten Breslik und sein Klavierbegleiter Amir Katz die Hindernisse. Beide gingen individueller, eigenwilliger, kühner vor, so dass das Zukunftsweisende in Liszts Musik (vor allem im Klavier) stärker hervortrat. Breslik agierte mit großer Stimm-Geste, fürchtete sich nicht vor Forte und Leiden-schaft und wechselte dabei ge-konnt die Register. Eröffnet hatte der Sänger den Abend mit Dvoraks Zigeuner-liedern, die man eher von süf-figen Mezzos kennt. Breslik setzte mit seinem hellen, männlichen Tenor weniger auf satte Stimmfülle denn auf klare Linienführung und punktete als Slowake überdies mit geschmeidiger Originalsprache. Auf ein introvertiertes, enorm zurückgenommenes „Rings ist der Wald so stumm und still“ folgte ein „Als die alte Mutter“ mit beinahe nobler Emphase. So differenziert hört man diese Lieder selten. Amir Katz war dabei weniger Begleiter als rhythmisch wacher Mit- Gestalter. Dass Pavol Breslik nicht nur im Tschechischen und Italieni-schen zuhause ist, sondern auch ein nahezu akzentfreies Deutsch beherrscht, kam den wunderbaren Gedichten von Heinrich Heine sehr zugute. Im musikalischen Gewand Robert Schumanns krönten die 16 Gesänge der „Dichterliebe“ den Abend. Breslik interpretierte die Liebeslieder schlicht und zugleich mit hoher Kunstfertigkeit: Er führte seine Stimme fast vibra-tolos und instrumental, ließ sie dennoch schmettern wie die Trompeten oder erbleich und dunkelte sie effektvoll ein. Trotz, Verzweiflung, Schmerz und ein wenig Hoffnung durchlebte er so, wagte sich vor bis zum Ausgedörrten - „Ich hab‘ im Traum geweinet“. Und Katz spann all das in den Nachspielen fort. Bei den Zugaben spendierte Breslik zuletzt ein slowakisches Volkslied: A-cappella.»

Gabriele Luster, Münchner Merkur, 30.07.2011