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News

26.08.2014

Pavol Breslik: Debüt bei der Schubertiade

"... Das Thema ist nicht neu, wird aber gerade derzeit in Schubertiade-Kreisen viel diskutiert. Es geht um eine Art Glaubenskrieg, wie sehr sich eine große Opernstimme für den subtilen Liedgesang eignet. Im Juni entzündeten sich da die Meinungen an Piotr Beczalas Wiedergabe von Schumanns „Dichterliebe“. Während der Großteil des Publikums vielleicht mehr den Star als die Interpretation bejubelte, blieben Kritiker eher distanziert. Natürlich haben auch in der Vergangenheit Fritz Wunderlich oder Anneliese Rothenberger mit ihren Opernstimmen das Lied gepflegt, allerdings hat sich die Ästhetik des Liedgesanges seither grundsätzlich gewandelt. Der Sonntagabend bietet mit dem Debüt des Tenors Pavol Breslik (35) eine Fortführung der Debatte, diesmal freilich mit einem überraschenden Ergebnis. Denn dem Slowaken gelingt so etwas wie die Quadratur des Kreises: Während er im ersten Teil begeistert seine im Opernbereich gestählte, kraftvolle Stimme mit beachtlich strahlender Höhe demonstriert und damit Dvoráks „Zigeunermelodien“ in tschechischer Originalsprache beeindruckend zum Minidrama macht, findet er nach der Pause auch zu einer sehr berührenden, innig zurückgenommenen Gestaltung einer Reihe bekannter Schubertlieder.

Makellose Diktion

Es war, als hätte der Sänger einen Schalter umgelegt. Kleine Defizite im Tonansatz verzeiht man gerne, auch sein Deutsch ist respektabel und fast ohne Färbung, die Diktion makellos. Franz Liszt bildet mit drei Sonetten nach Petrarca eine Art Zwischenglied, bei dem Breslik Ansätze seiner feinen Differenzierungskunst erkennen lässt. Sein Klavierbegleiter Amir Katz wird vom Publikum zusammen mit dem Sänger zu Recht gefeiert, der für das Schubertlied „Auf dem Strom“ aufgebotene Hornist Bruno Schneider ist leider viel zu laut."

Fritz Jurmann, Vorarlberger Nachrichten, 26.8.2014